LUNGENMETASTASEN

Bei etwa 15 Prozent aller Darmkrebspatienten kommt es zu Lungenmetastasen. Die Lunge ist nach der Leber das zweithäufigste Organ, in dem sich bei Darmkrebs Metastasen bilden. Wie bei Lebermetastasen können Chirurgen auch Lungenmetastasen operativ entfernen oder versuchen, sie durch andere Verfahren zu zerstören.

Wie bei Lebermetastasen unterscheidet man zwischen synchroner und metachroner Metastasierung (siehe Lebermetastasen)

Die Metastasen-Operation ist nur dann sinnvoll, wenn auch eine Operation des Darmtumors durchgeführt wird bzw. wurde- mehr zur Operation lesen Sie hier. Das Entfernen der  Metastasen verbessert die Lebensqualität und vermindert das Krankheitsgefühl.

Nicht jeder Hinweis auf Metastasen in der Lunge bestätigt sich. Nicht in allen Fällen handelt es sich dabei um Lungenmetastasen. Es kann auch ein Zweittumor vorliegen, der sich unabhängig vom Darmkrebs entwickelt hat. Das könnten beispielsweise ein Lungen- oder Bronchialkrebs sein. Manchmal handelt es sich gar nicht um Krebs, sondern um gutartige Gewebsveränderungen der Lunge.

Quellen:
Schmiegel et al. S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007 (für die Themenkomplexe IV, VI und VII) Z Gastroenterol 2008; 46: 1–73.
Van Cutsem E et al. Advanced colorectal cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines for treatment. Ann Oncol, 5 May 2010; 21(suppl 5):v93-v97. doi: 10.1093/annonc/mdq222
NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology - Colon Cancer (V.3.2011)
Dienemann H. Lungenmetastasen. Aus: Praxis der Viszeralchirurgie, 2006, IV, 389-401.

 

Metastasen-Operation

Ein Patient kann eine oder mehrere Lungenmetastasen haben, wobei auch eine größere Anzahl kein Hinderungsgrund für eine Operation sein muss. In Ausnahmefällen müssen die Chirurgen bei der Operation größere Anteile der Lunge entfernen. Das bedeutet hinterher zwar eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, aber man kann trotzdem annähernd so weiterleben wie bisher. Bilden sich später erneut  Metastasen in der Lunge, kann unter bestimmten Voraussetzungen noch einmal operiert werden.

Vor einer Operation sind verschiedene Untersuchungen wie ein Lungenfunktionstest und eine Blutgasanalyse notwendig, um das Operationsrisiko festzustellen und um abschätzen zu können, ob die Lungenfunktion nach der Operation ausreichend sein wird.

 

Chemotherapie

Meistens sind beim Auftreten von Lungenmetastasen auch schon andere Organe von Metastasen betroffen. Wenn es nicht möglich ist, die Lungenmetastasen und die anderen Tumorabsiedelungen operativ zu entfernen, wird in den meisten Fällen eine Chemotherapie begonnen.

Eine Chemotherapie ermöglicht dem Betroffenen oft eine bessere Lebensqualität und verhindert, dass die Krankheit weiter fortschreitet. Bleibt die erwünschte Wirkung jedoch aus oder wachsen nach vorübergehender Besserung die Metastasen wieder neu, besteht die Möglichkeit, auf ein anderes Chemotherapieschema auszuweichen. Mehr zur Chemotherapie lesen Sie hier.


Lasertherapie

Mit dem so genannten Neodym-YAG-Laser können Chirurgen Lungenmetastasen entfernen, die bislang als nicht operierbar galten. Der Laser erzeugt Licht bestimmter Wellenlänge, mit denen man das empfindliche Lungengewebe schonender und präziser behandeln kann.