NACHSORGE BEI DICKDARMKREBS

Die Häufigkeit von Untersuchungen in der Nachsorge beim Dickdarmkrebs richtet sich nach dem Krankheitsstadium, in dem der Krebs behandelt wurde. Relevant sind auch der Differenzierungsgrad der Krebszellen ("Grading", Einteilung in G1 bis G4), der Auskunft über die Aggressivität des Tumors gibt, und die Art der Operation, ob beispielsweise der Krebs endoskopisch mittels Polypektomie während einer Darmspiegelung entfernt wurde. Beim fortgeschrittenen Dickdarmkrebsstadium IV (Dickdarmkrebs mit Metastasen) richten sich Art und Zeitpunkt der Kontrolluntersuchungen nach Ihrer individuellen Krankheitssituation.

Informationen über die einzelnen, im Folgenden erwähnten Untersuchungen finden Sie hier.


Nachsorge im Stadium I

Nach erfolgreich behandeltem Dickdarmkrebs im Stadium I (vollständige Tumorentfernung) wird in Anbetracht der geringen Rückfallrate und der günstigen Prognose eine regelmäßige Nachsorge nicht empfohlen. Abweichend hiervon kann im Einzelfall bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für einen Rückfall (Lokalrezidiv oder Metastasen) eine Nachsorge angezeigt sein. Dies gilt beispielsweise für Fälle, in denen der Tumor während der Operation eröffnet wurde, bei Befall von Lymph- und Blutgefäßen, für Patienten mit G3- oder G4-Tumoren und für Patienten mit T2-Tumoren.

Quelle: Schmiegel et al. S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007 (für die Themenkomplexe IV, VI und VII) Z Gastroenterol 2008; 46: 1–73.

Eine Sondersituation liegt vor, wenn ein Darmpolyp mit frühem Krebs-stadium (T1-Karzinom mit niedrigem Malignitätsgrad) mittels  Polypektomie, also endoskopisch während einer Darmspiegelung entfernt wurde. Dann sollte bereits nach sechs Monaten die erste Kontroll-Darmspiegelung erfolgen:

Nachsorge Dickdarmkrebs Stadium I, T1-Karzinom mit niedrigem Malignitätsgrad (G1-G2 und kein Nachweis von Tumorzellen in Lymphgefäßen), nach Polypektomie
UntersuchungMonate nach der Operation
6121824364860
Anamnese und körperliche Untersuchung x     x     x
Darmspiegelung (Koloskopie) x     x     x

Kommt es zu keinem Rückfall, ist alle 5 Jahre eine Darmspiegelung empfohlen, um mögliche Zweittumoren zu erkennen. Dies gilt auch für Patienten, bei denen keine regelmäßige Nachsorge zur Erkennung von Rückfällen notwendig ist.

Nachsorge im Stadium II und III

Befindet sich der Darmkrebs im Stadium II oder III, gelten kürzere Abstände für die Nachsorge, und es sind zusätzliche Untersuchungen notwendig. Zusätzlich zur Darmspiegelung kommen Ultraschall-Untersuchungen und die Bestimmung des Tumormarkers CEA hinzu. Die Nachsorgeuntersuchungen sollten jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn bei einem Rückfall therapeutische Konsequenzen zu erwarten sind, d.h. wenn eine erneute Erkrankung behandelt werden kann. Wie im Stadium I gilt auch hier: Tritt 5 Jahre nach der Operation kein Rückfall auf, ist künftig alle 5 Jahre eine Darmspiegelung zur Kontrolle empfohlen, um Zweittumore zu erkennen.

Quelle: Schmiegel et al. S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007 (für die Themenkomplexe IV, VI und VII) Z Gastroenterol 2008; 46: 1–73. doi: 10.1055/s-2008-1027700.
Nachsorge Dickdarmkrebs Stadium II und III
UntersuchungMonate nach der Behandlung
6121824364860
Anamnese und körperliche Untersuchung x x x x x x x
CEA-Laborwert x x x x x x x
Ultraschall des Bauchraums (Abdomensonografie) x x x x x x x
Darmspiegelung (Koloskopie) x*       x    
Röntgen des Brustkorbs (Röntgen-Thorax)**   x   x x   x
* Nur nötig, wenn vor der Operation nicht der gesamte Dickdarm gespiegelt werden konnte

** Zu der Frage, ob die regelmäßige Röntgen-Aufnahme der Lunge zur Nachsorge gehören sollte, konnte auf einer Expertenkonferenz, auf der Nachsorge-Empfehlungen bei Darmkrebs formuliert wurden, keine Einigkeit erzielt werden. Ein Nutzen dieser Untersuchung wurde bisher noch nicht nachgewiesen. Etwa die Hälfte der Konferenzteilnehmer war der Meinung, dass trotz des fehlenden Nutzennachweises die Röntgen-Thoraxuntersuchung Bestandteil des Nachsorgeprogramms sein solle.
Quelle: Schmiegel et al. S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007 (für die Themenkomplexe IV, VI und VII) Z Gastroenterol 2008; 46: 1–73. doi: 10.1055/s-2008-1027700.