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HILFE ZUR PATIENTENAKTE

Zu Punkt 5

Tumorstadium
Das Tumorstadium ist eine wichtige medizinische Angabe bei Darmkrebs, eine Art Kurzdiagnose, wie weit ein  Tumor fortgeschritten ist. Der Arzt dokumentiert das Tumorstadium zum einen mit einer römischen Zahl (I, II, III oder IV) und weiter mit Hilfe der Kürzel T (Tumor), N ( Lymphknoten) und M ( Metastasen), jeweils gefolgt von einer Zahl. Ein Tumorstadium kann sich auch einmal ändern, zum Beispiel nach einer Operation oder bei einem Tumor-Rückfall, deshalb das Datum beim Eintrag nicht vergessen.

Malignitätsgrad
Der Malignitätsgrad - auch „ Grading“ genannt - gibt dem Arzt eine wichtige Information über das Wachstumsverhalten des Tumor. Es wird aufgrund der mikroskopischen Untersuchung nach der Operation bestimmt. Fragen Sie hier Ihren Arzt nach dem Ergebnis.

Metastasen
Metastasen sind Tochtergeschwülste bei Darmkrebs. Ob und wo sie vorliegen, hat entscheidende Bedeutung für den Behandlungsverlauf.

Zu Punkt 6

Operation am Darm
Fast jeder Darmkrebspatient wird am Darm operiert, um den Darmtumor zu entfernen oder zu verkleinern. Gelingt eine komplette radikale Tumorentfernung, bezeichnen Ärzte das als R0-Resektion. Sehr oft werden die umliegenden  Lymphknoten mitentfernt. Liegen Lebermetastasen vor, können auch diese während der Operation mitentfernt werden. Bei Operationen am Enddarm ist manchmal ein künstlicher Darmausgang unumgänglich. Fragen Sie Ihren Chirurgen, was und wie er im einzelnen operiert hat.

Komplikationen bei der Darm-OP
Jede Operation kann Komplikationen nach sich ziehen. Für weitere, spätere Operationen ist es gut, wenn der Chirurg von diesen Komplikationen weiß. Deshalb sollten Sie Komplikationen in Ihrer Akte vermerken.

Zu Punkt 7

Andere Operationen, andere Behandlungsmethoden
Neben einer Operation am Darm gibt es bei Darmkrebspatienten auch andere Operationen, insbesondere  Metastasen-Operationen, an Leber und Lunge. Fragen Sie Ihren Chirurg, was und wie genau operiert wurde. Bei Behandlung von Metastasen haben sich weitere, besondere Behandlungsmethoden entwickelt, wie die Lasertherapie, Radiofrequenztherapie oder Kryo(Kälte-)therapie. Wenn diese Methoden bei Ihnen angewendet werden, sollten Sie dies mit Datum notieren.

Komplikationen bei anderen Eingriffen
Auch andere Operationen oder Behandlungsmethoden können Komplikationen verursachen. Für weitere, spätere Eingriffe ist es gut, wenn der Arzt von solchen Komplikationen weiß, daher gegebenenfalls auch diese bitte in Ihrer Akte notieren.

Zu Punkt 8

Chemotherapie
Dieser Eintrag ist natürlich nur relevant, wenn bei Ihnen eine Chemotherapie durchgeführt wird. Es gibt unterschiedliche Arten von Chemotherapien, unterschiedliche Medikamente sowie Unterschiede in Ablauf und Dauer. Beginn, Dauer, Schema und Medikamente Ihrer Chemotherapie sollten Sie notieren.

Regionale Chemotherapie
Bei der Behandlung von Lebermetastasen kommt in bestimmten Fällen eine regionale Chemotherapie zum Einsatz, wobei Medikamente durch einen speziellen Katheter direkt in die Leber gegeben werden.

Kombination mit Chemotherapie
Bei Enddarmkrebs werden Chemotherapie und Strahlentherapie oft miteinander kombiniert.

DPD-Protein-Test
Wenn sie mit dem Medikament 5-Fluouracil (5-FU) behandelt werden, kann man vor einer Behandlung den sogenannten DPD-Protein-Test durchführen, um die Verträglichkeit des Medikamentes zu prüfen. Dieser Test muss nur einmal durchgeführt werden, das Ergebnis sollten Sie in Ihrer Patientenakte notieren.

Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen der Chemotherapie fallen von Person zu Person sehr unterschiedlich aus. Schreiben Sie auf, welche Nebenwirkungen sie erleben und wie Sie behandelt wurden. Das ist eine gute Hilfestellung, falls die Chemotherapie einmal wiederholt werden muss.

Zu Punkt 9

Strahlentherapie
Die Strahlentherapie spielt praktisch nur bei der Behandlung von Enddarmkrebs eine Rolle. Beginn und Dauer wie auch eine mögliche Kombination mit einer Chemotherapie können Sie notieren.

Nebenwirkungen
Wenn die Strahlentherapie bei Ihnen Nebenwirkungen verursacht, können Sie das zusammen mit den Behandlungsschritten eintragen.

Zu Punkt 10

Aktuelles Gewicht
Krebspatienten haben oft Probleme mit Gewichtsverlust. Es ist gut und einfach, das Gewicht zwischendurch zu kontrollieren und zu notieren, um Änderungen rechtzeitig zu bemerken.

Zu Punkt 11

Untersuchungen
Im Laufe der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge bei Darmkrebs werden immer wieder Untersuchungen durchgeführt. In der Regel geschieht dies zur Beantwortung einer bestimmten Frage, z.B. ob sich Lebermetastasen verändert haben oder ob ein Hinweis auf einen Tumorrückfall gefunden wird. Wenn eine Untersuchung bei Ihnen stattfindet, fragen Sie Ihren Arzt, was die Fragestellung bei dieser Untersuchung ist, und welche Antwort darauf das Untersuchungsergebnis gegeben hat (z.B. „Lebermetastasen leicht verkleinert“ oder „kein Hinweis auf Rückfall“).

Zu Punkt 12

LaborwerteEs gibt eine Vielzahl von speziellen Laborwerten, die man im Blut, im Urin oder anderen Körperflüssigkeiten bestimmen kann. In der Patientenakte haben wir Ihnen die wichtigsten Blut-Laborwerte als Auswahl zusammengestellt. Jedoch auch diese Werte werden nicht alle regelmäßig kontrolliert, sondern nur in Abhängigkeit von Ihrem besonderen Krankheitsfall. Bei Laborwerten ist auch die chemische Einheit wichtig, in der sie gemessen werden (z.B. mg/dl oder mmol/l). Bei unterschiedlichen Einheiten ergeben sich ganz unterschiedliche Zahlen für ein und denselben Laborwert. Wir denken, daß es nicht nötig ist, daß Sie bei jedem Laborwert neben der Zahl auch eine Einheit dazuschreiben müssen; achten Sie jedoch darauf, daß Sie die Werte bei Ihrem Arzt immer in derselben Einheit erfragen, so daß keine Missinterpretationen entstehen können.

 Tumormarker
Ein wichtiger Laborwert für jeden Darmkrebspatienten ist der Tumormarker CEA (Carcino-embryonale Antigen). Wie auch der andere Tumormarker CA 19-9, gibt er Hinweise auf den Behandlungserfolg oder einen Tumorrückfall. Den CEA-Wert sollten Sie mit jeweiligem Datum unbedingt dokumentieren.

Blutsenkung
Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) gibt Hinweise darauf, dass die Köperabwehr mit irgendetwas beschäftigt ist, z.B. mit einer Infektion, mit einem  Tumor oder einem anderen Reizzustand. Die BSG wird oft routinemäßig bei der Blutabnahme mitbestimmt.

Blutbild
Die Werte aus dem Blutbild spielen z.B. nach einer großen Operation oder während der Chemotherapie eine wichtige Rolle. Die Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen, die Leucozyten sind die weissen Blutkörperchen, die Thromozyten die Blutplättchen. Das Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff.

Gerinnung
Die Blutgerinnung kann bei Verminderung der Thrombozyten (siehe Blutbild) oder bei Leberfunktionsstörungen beeinträchtigt sein, da die Leber wichtige Gerinnungsfaktoren bildet. Die Gerinnungswerte können z.B. bei Lebermetastasen verändert sein.

Leberwerte
Wenn Lebermetastasen vorhanden sind, lohnt es sich, besonders auf die Leberwerte zu achten. Dazu gehören wichtige Leberenzyme, z.B. die Transaminasen GOT, GPT, und gGT, oder  Enzyme wie AP und LDH. Der Arzt kann anhand der Werte zwischen Problemen am Lebergewebe selbst oder an den Gallenwegen unterscheiden. Das Billirubin ist ein gelber Farbstoff, der bei Leberschaden eine Gelbfärbung der Augen und Haut verursachen kann - eine Gelbsucht. Das Albumin ist ein wichtiger Eiweißstoff, den die Leber produziert.

Nierenwerte
Die Nierenwerte können krankhaft verändert sein, wenn der Tumor z.B. auf den Harnleiter drückt und der in der Niere produzierte Urin nicht richtig abfließen kann. Auch Kreislaufschwäche nach schweren Operationen kann die Nierenwerte verändern.

Sonstige Laborwerte
In Ihrem besonderen Krankheitsfall kann es immer sein, dass Ihr Arzt auch andere Laboruntersuchungen durchführt. Fragen Sie nach und tragen Sie den Wert in Ihre Patientenakte ein.


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