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von Beitrag
pille

Kaltenkirchen
Reg.: 10.10.2009
rektumtumor Sonntag, 11.10.2009, 00:11
hallo alle zusammen.Mein Name ist Holger und mir wurde ende August die Diagnose Darmkrebs mitgeteilt. Ich bin jetzt seit 3 Wochen in Behandlung. Die Therapie sieht bei mir so aus: 6 Wochen tägliche Strahlentherapie. In der ersten und letzten Woche Chemo Dauerinfusion 120 Stunden. Danach einige wochen Pause und dann die OP mit eim vorübergehenden Anuspreater der nach 6 Wochen zurückverlegt werden soll. Dann steht noch eine weitere Chemo an. Ich bin jetzt 61 Jahre alt habe bisher 50% GdB wegen Depression seit gut 2 Jahren. Ferner eine völlig kranke HWS und LWS.Logische3r Weise bin ich krank geschrieben. Mein Arzt hat mir gesagt ich soll mich von meinem Job im Krankenhaus (35 Jahre) verabschieden. Mich würde nun einmal interessieren ob mirt jemand berichten kann wie es nach der OP aussieht. Reha oder AHB. Wie sieht es mit der Rente aus. ich habe am 1.4.65 mit einer Lehre (3Jahre)angefangen d.h. ich arbeite schon recht lang.Für mich gibt es fragen über Fragen. Vielleicht kann ich bei euch ja einige Tipps bekommen. Ich danke schon mal im voraus. Gruß Holger
 
 
landtechniker

Reg.: 10.08.2008
Beiträge: 259
RE: rektumtumor Sonntag, 11.10.2009, 13:13
Hallo Holger,

wie es nach der OP aussieht, kann dir kaum jemand vorab sagen, weil man ja nie weiß, was sich bei der OP noch zeigt. Gehen wir mal vom "Positiven" aus, d. h. keine weiteren Überraschungen, keine Fernmetastasen. Dann folgt nach der OP in der Regel die Chemo. Nach der Chemo eine AHB (nur wenn du privat versichert bist, solltest du vorher abklären, ob die AHB auch nach der Chemo anerkannt wird). Deine Heilungschancen sind recht gut - nur solltest du den Kopf nicht in den Sand stecken, und dich ggf. nicht auf die Aussage eines Arztes verlassen.
Wo dein GdB anschließend festgestellt wird, weiß ich nicht, nach Darmkrebs-OP´s liegt er normalerweise bei 80. Ihr habt doch sicher eine Sozialstelle in eurem KH. Sprich mal mit denen, die haben mehr Erfahrung mit altersabhängiger Einstufung. Die wissen sicher auch besser, wie es mit der Rente aussieht.
Ich kann dir an dieser Stelle nur sagen: Kopf hoch, hier gibt es viele Betroffene, die ihr Schicksal meistern, durch alle Höhen und Tiefen.

Viele Glück bei der Heilung Landtechniker
 
 
Anonym

RE: rektumtumor Sonntag, 11.10.2009, 14:42
Hallo Landtechniker,
zunächst möchte ich mich für deine schnelle Antwort ganz herzlich bedanken. Für mich ist so ein Forum und PC überhaupt völliges Neuland.Zu deinen Worten ...den Kopf nicht in den Sand stecken, möchte ich dir folgendes sagen. Nach der Rektokoloskopie kam der Chefarzt Dr. Kleemann zu mir ins Zimmer um alles mit mir zu besprechen. Nachdem er die Akte aufgeschlagen hatte sah ich ein prächtiges Farbfoto und da stand für mich die Diagnose Darmkrebs fest. Zu meinem erstaunen stellte sich bei mir absulut keine Weltuntergangsstimmung ein. Wir besprachen das Vorgehen und der Dc. machte mir dann verschiedene Vorschläge, sagte mir auch immer seine Meinung dazu. Wie schon gesagt kamm eine Chemo/Strahlentherapie dabei raus über 6 Wochen und dann die OP mit vorübergehenden Anusspraeter. Dann nochmal eine Chemo. Trotz meiner Depression ist es nicht zum Tiefschlag gekommen. Ich bin halt ein sehr positiv denkender Mensch. Gern würde ich anderen Patienten etwas von meiner Kraft und einstellung abgeben. Was ich nicht so schön finde, ist die fehlende Arbeit auf der Stat. Ich arbeite seit 35 Jahren auf einer geronto Psychiatrischen Stat. in Hamburg und gehe in meinem Beruf völlig auf. Meine Kolegen vermissen mich und mich treibt die lange Weile.Ab Montag gehe ich mit der Kombitherapie in die 4.Woche.
Also nochmal herzlichen Dank , ich bin froh in diesem Forum gelandet zu sein.
Holger
 
 
2805puffy

RE: rektumtumor Sonntag, 11.10.2009, 17:06
Hallo,
.....ja die Sache mit der Rente....
wir haben sie erst einmal in die Schublade gelegt....
Mein Mann ist im Mai 60 geworden, hat nach seiner DarmkrebsOP einen 100 % Schwerbehindertenausweis, man gab ihm nach seinem Befund max. 14 Tage Überlebenszeit und trotz allem....RENTE ABGELEHNT sowohl EU-Rente als auch Rente wegen Schwerbehinderung.....warum?....ich kann mich mit der Erklärung nicht abfinden, aber in unserem Fall ist es leider so, dass Fred aufgrund langjähriger Selbstständigkeit 79 Monate Pflichtbeiträge fehlen.
Wenn er bis 2007 "gearbeitet" hätte und er danach erkrankt wäre, hätte er sich spätestens bis 31.12.07 arbeitslos melden müssen....hat er aber nicht, hat stattdessen ehrenamtlich in meinem Laden mitgeholfen..
Auf jeden Fall zunächst zum örtlichen Versorgungsamt gehen und den GdB ( Grad der Behinderung)feststellen lassen (kann auch wie schon berichtet) der Sozialdienst im KH für dich machen,...mit dem vorliegenden Bescheid( GdB) dann mit deinem Rentenamt in Verbindung setzen oder beim VdK vorstellig werden ( VdK Mitgliedsbeitrag 4,50/Monatsbeitrag),
die haben ggf. auch gute Rechtsanwälte, die deine Rente besser als du selbst durchboxen können. Aber wenn du deine Monate beisammen hast dürfte eigentlich rententechnisch nichts schief gehen.
Je nach dem wann du 60 geworden bist, kann es auch sein, dass du volle Rentenbezüge, ohne Abzug, bereits ab 60 bekommst, sonst mußt du wohl noch so lange aushalten bis du 63 geworden sind. Mein Schatz kämpft jeden Tag darum noch einen Tag länger auf dieser Welt sein zu dürfen, muß aberr noch mindestens 5 Jahre weiterleben, um überhaupt in den Genuß von Rente zu kommen.....unglaublich, oder.?
Seit Anfang Februar ist er bereits Monat um Monat krankgeschrieben, kann nicht mehr arbeiten, aber eine Rente bekommt er nicht zugesprochen.....irgend etwas im Staate Deutschland läuft hier schief!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
lg
Petra
 
 
pille

Kaltenkirchen
Reg.: 10.10.2009
RE: rektumtumor Sonntag, 11.10.2009, 18:14
Hallo Petra, zunächst möchte ich dir für deine Nachricht ganz herzlich danken.Ich bin erschüttert was ich bei dir wegen der Rente deines Mannes lesen mußte. Wenn man wie ich 35 Jahre in einer Psychiatrischen Klinik arbeitet , davon 10 Jahre in der Psych.Aufnahme bekommt man mit wie vielen Pat. das Geld (ach in Rentenform) hinterher geworfen wir. Die Pat haben alle ihren Sozialarbeiter der alles für sie durchsxetzt. Viele von denen wissen nicht einmal was Arbeit ist und das macht mich dann extrem sauer. Ich wünsche dir und vor allem deinem Mann alles erdenklich gute. Nicht aufgeben.Kämpfen lohnt sich immer!!!!!!!!!!!!!!!!!!
ganz lieben Gruß Holger
 
 
Yosie

Reg.: 21.05.2008
RE: rektumtumor Montag, 12.10.2009, 08:14
Hallo Holger,

zunächst einmal finde ich toll dass du trotz deiner Erkrankung eine postive Grundeinstellung bisher behalten konntest. Meiner Meinung hilft auch die Psyche bei der Heilung des Körpers eine entscheidende Rolle. Ich habe mich bemüht auch immer mit einer positiven Einstellung vorna zu schauen. Bekannte sagten mir, "mein Gott du hast Krebs, wie kannst du so stark und so fröhlich sein". Naja fröhlich war ich nicht immer, aber letztendlich sagte ich mir, ich stehe mit dem Rücken an der Wand und es gibt nur eine Richtung, vorwärts und kämpfen. :)
Auch ich hatte ein Rektum Ca. Zum Stoma wollte ich dir noch etwas sagen, versteife dich nicht auf die 6 Wochen. Es gibt sicher schöneres als einen künstlichen Darmausgang, aber mit den heutigen Versorgungsartikeln kann man gut und relativ problemlos leben. Einr Rückverlegung während Chemogabe ist möglich, aber recht anstrengend. Zum einen eine weitere Op, zum anderen kämpfst du vielleicht durch die Chemo eh schon mit Durchfällen und der durch die Rückverlegung gestresste Darm produziert weitere. Ich hatte meine Rückverlegung einen Monat nach der letzten Chemo, und bin froh das so gehandhabt zu haben. Zwei weitere Monate nachdem der Darm sich beruhigt hatte bin ich zur Reha gefahren. (In den Harz, da kann man übrigens rund um den Brocken auch schön wandern)
Vorläufig erst mal weiterhin alles Gute
Yosie
 
 
2805puffy

RE: rektumtumor Dienstag, 13.10.2009, 15:53
Hallo Holger,
melde mich nochmals zurück, auch an dich Danke für deine Rückantwort.
Also ich muss Yosie durchaus Recht geben im Hinblick auf die Rückverlegung. Bei uns ist es ja leider nicht möglich. Es ist ein endständiges Stoma geworden, aber damit lässt es sich zumindest in unserem Fall länger leben. (Ohne die alleinige Entscheidung des Arztes während der Not-Op hätte mein Schatz nicht weitergelebt und in der Narkose konnte man schließlich auch nicht mehr fragen, was ihm lieber wäre.) Hier ging es einzig um die Frage Leben oder Tod. Da kommt es auch nicht mehr drauf an, ob danach ein "angenehmeres" Leben, nämlich ohne Stoma, möglich gewesen wäre. Das Leben, was man danach noch leben kann ist, egal ob mit oder ohne Stoma ist das größte Geschenk.!!!!
Und Beutel wechseln oder Platte anheften ist gar nicht so schlimm wie man noch im Anfang glaubt.
Nebenbei bemerkt kannst du dann immerhin noch behaupten, dass du einmal in deinem Leben Kängeruh warst, wer kann das schon von sich sagen?.....
......Dieser Spruch mußte einfach kommen, um dir zu zeigen, dass auch unser Optimismus nicht klein zu kriegen ist.
Vorerst alles Gute und halt die Ohren steif
Petra
 
 
pille

Kaltenkirchen
Reg.: 10.10.2009
RE: rektumtumor Dienstag, 13.10.2009, 18:25
Hallo Petra,
danke für deine Nachricht. Ich muß von mir sagen, dass ich scheinbar keine Angst vor einem Stoma habe. Kolegen(Pfleger,Schwestern u. Ärzte) sprachen mich an und fragten: Mensch Holger muß du denn unbedingt ein künstlichen Darmausgang bekommen?
Meine Antwort lautete dann s p o n t a n !!!!!!!!
Leute ihr müßt mal den wirtschaftlichen Aspekt sehen. Ihr glaubt gar nicht was man da an Geld sparen kann.
Ich finde es sehr schön wenn auch andere trotz der sch....Erkrankung ihren Humor beibehalten können.
Lieben Gruß Holger
 
 
2805puffy

RE: rektumtumor Mitwoch, 14.10.2009, 18:54
hoppla Holger,
da sehe ich aber sehr viel Optimusmus und vielleicht auch ein wenig schwarzen Humor, aber das ist auch gut so.....
denn
außer etwas Klopapier hast du nicht wirklich viel gespart, doch vielleicht noch weniger Waschpulver für die Unterhosen, aber sonst fällt mir spontan unter dem "wirtschaftlichen" Aspekt nicht viel ein.
Du hast aber in einer Hinsicht Recht....das sagt mir Fred auch immer...wir Normalis müssen immer nach einer Toilette suchen....wir Kängeruhs haben es stets dabei....
In diesem Sinne
lg
Petra
 
 
Riesterer

bei Freiburg
Reg.: 12.07.2009
Beiträge: 104
RE: rektumtumor Mitwoch, 14.10.2009, 19:09
1000 Positives-Denken-Punkte für Fred :D
von mir

Liebe Grüsse und weiter so
Manfred
 
 
Jeana

RE: rektumtumor Dienstag, 20.12.2011, 06:13
I never thought I would find such an everyday topic so enhtralling!
 
 
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