METASTASEN

Metastasen sind Tochtergeschwülste, die von bösartigen Tumoren ausgehen. Krebszellen lösen sich aus dem Tumor im Darm und gelangen über die Lymphflüssigkeit oder das Blut an eine andere Stelle im Körper. Dort vermehren sie sich und bilden eine Tumorabsiedlung, eine Metastase. In diesem Zusammenhang bezeichnet man den Ursprungstumor, von dem die Metastase stammt, als Primärtumor.

Etwa ein Viertel aller Patienten mit Darmkrebs hat zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen in anderen Organen. Am häufigsten - in 75 Prozent der Fälle - kommt es zu Metastasen in der Leber. Als zweithäufigstes Organ ist die Lunge mit 15% betroffen, seltener findet man Metastasen in Nieren, Gehirn oder Knochenmark.


Wie sich Metastasen ausbreiten

Löst sich eine Krebszelle vom Ursprungstumor im Darm, kann sie sich auf verschiedene Arten im Körper verbreiten:

  • Ausbreitung über die Lymphgefäße (lymphogene Metastasierung): Bei Darmkrebs entstehen Metastasen zuerst in den Lymphknoten - das sind, je nach Sitz des Tumors, die Lymphknoten entlang der großen Bauchschlagader, die Lymphknoten der Beckenwand oder der Leistengegend.
  • Ausbreitung über die Blutgefäße (hämatogene Metastasierung): Ist der Primärtumor am Darm in das Blutgefäßsystem eingebrochen, bilden sich Darmkrebs-Metastasen am häufigsten in der Leber und Lunge. Das Blut vom Dickdarm fließt über die Pfortader zuerst in die Leber, weshalb hierhin am ehesten Kebszellen verschleppt werden und sich Metastasen oft zuerst in der Leber bilden. Anders ist dies bei Mastdarmkrebs, da von hier das Blut teilweise über die untere Hohlvene zum Herz und Lunge fließt. So besteht die Gefahr, das Krebszellen direkt in die Lunge gelangen und dort Lungenmetastasen entstehen.
  • Ausbreitung über Hohlräume. Dazu gehört beispielsweise die Bauch- und Beckenhöhle, in der sich die Krebszellen vom Darm aus verteilen können und von wo sie wiederum andere Körperregionen erreichen können.

Metastasen unterscheidet man nicht nur danach, auf welchem Weg sie sich verbreiten, sondern auch nach dem Ort, wo sie letztendlich entstehen:

  • Lokale Metastasen entstehen in der nahen Umgebung des Ursprungstumors.
  • Regionäre Metastasen entstehen in den Lymphknoten, die im Lymphabflussgebiet nahe beim Tumor liegen.
  • Fernmetastasen bilden sich in anderen entfernten Organen oder Körpergeweben, bei Darmkrebs vor allem in Leber und Lunge.

Diagnose von Metastasen

Im Rahmen der Diagnostik bei Darmkrebs ist es wichtig, genau festzustellen, in wie weit sich der Krebs bereits ausgebreitet hat. Ärzte verwenden verschiedene Untersuchungen, um mögliche Metastasen aufzuspüren. Zu Beginn steht meist eine Ultraschalluntersuchung, mit der insbesondere die Struktur und Größe der Leber beurteilt werden kann. Auch  Lymphknoten im Bauchraum sind hierbei gut sichtbar und können bei Vergrößerung einen Hinweis auf Metastasen geben.

Auch Röntgenaufnahmen geben einen guten Einblick in Organe und Körperregionen. Bei Darmkrebs röntgen die Ärzte den Brustraum (Thorax) mit den Lungen, weil so Hinweise auf Metastasen in der Lunge gefunden werden können. Bei unklaren oder fraglichen Befunden schließt sich oft eine Computertomographie (CT) an. Sie ermöglicht mit detailierten Querschnittsbilder des Körpers eine sehr sichere Beurteilung des Körperinneren. Auch Metastasen im Gehirn oder Skelett werden im CT sichtbar. Wie die Computertomographie liefert auch die Magnetresonanztomographie (MRT) Querschnittsbilder des Körpers von besonders guter Qualität.

In Einzelfällen werden zur Metastasensuche zusätzlich Tumormarker bestimmt, eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) durchgeführt. Informationen über die verschiedenen Untersuchungsmethoden bei Darmkrebs finden Sie hier.


Behandlung und Nachsorge

Eine Darmkrebserkrankung mit  Metastasen bedeutet immer ein fortgeschrittenes Stadium und ist damit schwer zu behandeln. Abhängig vom Ausmaß der Metastasierung besteht jedoch auch hier eine gewisse Heilungschance.

Geben Sie sich also nicht gleich auf, wenn bei Ihnen Metastasen festgestellt werden. Es gibt mit erfahrenen Ärzten und modernen Methoden durchaus Chancen auf Heilung und Verlängerung der Lebenszeit. Erkundigen Sie sich auch immer nach Zentren, die über ausgezeichnete Erfahrung bei der Behandlung von Metastasen haben.

Leber- und Lungenmetastasen lassen sich in vielen Fällen am besten operativ entfernen. Bei 20 Prozent der Patienten treten anschließend über einen längeren Zeitraum keine Metastasen mehr auf. Wenn zum Beispiel der Darmtumor gut und erfolgreich operiert wird und sich nur wenige Fernmetastasen in der Leber befinden, ist die Prognosen nicht schlecht. Hier lesen Sie mehr zur Metastasenbehandlung.

Metastasen können noch Monate oder Jahre nach einer vermeintlich erfolgreichen Operation auftreten oder wiederkehren. Ab dem Darmkrebsstadium II ist die regelmäßige Nachsorge mit Kontrolle auf Metastasen auch nach erfolgreicher Operation sehr wichtig. Hier lesen Sie mehr zur Nachsorge bei Darmkrebs.