STUHLUNTERSUCHUNG

Ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Okkultbluttest; okkult = verborgen) zählt zu den wichtigsten Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen bei Darmkrebs. Menschen, die diesen Test regelmäßig einmal im Jahr durchführen, haben ein wesentlich geringeres Risiko, an Darmkrebs zu sterben. Er ist eine entscheidende Hilfe, um einen bösartigen Tumor oder Darmpolypen frühzeitig zu entdecken.

Mittlerweile gibt es verschiedene Typen von Okkultbluttests, die das verborgene Blut im Stuhl auf chemischem oder immunologischem Wege nachweisen können.


Was leistet der Okkultbluttest?

Krebsgeschwüre oder Polypen im Dick- und Enddarm haben zahlreiche feine und sehr empfindliche Blutgefäße, die leicht verletzbar sind, weswegen dann Blut in den Stuhl sickert, - meist jedoch in so geringen Mengen, dass der Stuhl völlig unverändert aussieht. Ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl ist in der Lage, schon geringste Mengen von Blut im Stuhl nachzuweisen; solche Blutspuren nämlich, die mit bloßem Auge gar nicht erkennbar sind. Allerdings bluten beispielsweise Darmpolypen nicht andauernd und ununterbrochen, so dass es beim Okkultbluttest sehr wichtig, ihn regelmäßig einmal im Jahr durchzuführen.

  • Chemischer Okkultbluttest mit Guajak, den Ihr Arzt im Labor auswerten lässt.
  • Immunologischer Okkultbluttest, den Sie alleine durchführen und auswerten können.
    Im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ab dem 51. Lebensjahr die Kosten für einen chemischen Okkultbluttest pro Jahr. Die immunologischen Tests sind derzeit nicht erstattungsfähig. Scheuen Sie dennoch die Mühe nicht, denn ein regelmäßiger Test senkt Ihr persönliches Darmkrebsrisiko um rund 70 Prozent.


Chemischer Okkultbluttest - so funktioniert´s

Ihr Arzt gibt Ihnen drei Testbriefchen mit nach Hause. Entnehmen Sie aus drei aufeinander folgenden Stuhlgängen mehrere Proben und tragen Sie je ein etwa erbsengroßes Stück auf die dafür vorgesehenen Felder auf. Verschließen Sie das Briefchen und geben Sie diese - wenn alle drei benutzt sind - bei Ihrem Arzt zur Auswertung ab. Im Labor wird eine Reagenzflüssigkeit auf die Stuhlproben gegeben. Der Test ist positiv, wenn sich bei der chemischen Reaktion ein oder auch mehrere Felder blau angefärbt haben. Das kann ein Hinweis auf kleinste Blutspuren im Stuhl sein.

  • Bei den chemischen Okkultbluttests kann nicht nur Blut, sondern auch manches Nahrungsmittel eine Blaufärbung verursachen, das Testergebnis also verfälschen. So ist es wichtig, dass Sie bereits drei Tage vor einem solchen Test auf bestimmte Lebensmittel und Medikamente verzichten, nämlich: Blutwurst, rotes Fleisch (besonders wenn es roh ist, z.B. Tartar), Rettich oder Steckrüben, Vitamin C in hohen Dosen (>500 mg pro Tag).
  • Bestimmte Arzneimittel in hohen Dosierungen, die beispielsweise bei Schmerzen und Gelenkbeschwerden verordnet werden können das Testergebnis verfälschen (die häufigsten Substanzen sind Aspirin, Ibuprofen oder Diclofenac). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie solche Medikamente vor Testbeginn absetzen können.
  • Wird der Okkultbluttest bei Frauen während der Regelblutung durchgeführt, kann dies ebenfalls zu einem verfälschten Ergebnis führen. Deshalb bis drei Tage nach Ende der Periode warten und erst dann mit dem Test beginnen.

Immunologischer Okkultbluttest zur Durchführung zu Hause

Dieser neuere Stuhltest kann von Ihnen selbstständig zu Hause durchgeführt werden. Sie können ihn dann ganz einfach ins Labor schicken. Es gibt auch eine Variante, die Sie zu Hause auswerten können – ähnlich wie ein Schwangerschaftstest – davon wird aber eher abgeraten, da bei der Auswerung zu Hause nicht die Zuverlässigkeit gilt wie im Labor. Wie beim herkömmlichen, chemischen Okkultbluttest müssen Sie beim immunologischen über drei Tage Stuhlproben entnehmen und in einer Pufferlösung verdünnen. Am Ende der drei Tage werden Tropfen der Flüssigkeit auf eine Testkassette gegeben, wo innerhalb weniger Minuten eine immunologische Reaktion abläuft, bei der nach Spuren des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) gesucht wird. Das Ergebnis muss innerhalb von 5-10 Minuten abgelesen werden: Wenn neben einem Kontrollstreifen auch ein zweiter Streifen im Sichtfenster der Kassette zu sehen ist, ist das Testergebnis positiv.

Der immunologische Test sucht spezifisch nach Blutspuren in der Stuhlprobe. Er liefert dabei genauere und zuverlässigere Ergebnisse als die chemischen Okkultbluttests. Auch lässt sich seine Reaktion nicht durch bestimmte Nahrungsmittel verfälschen. Sie müssen also vor der Durchführung nicht auf besondere Diätmaßnahmen achten. Allerdings können manche Schmerz- und Rheumamittel in hohen Dosierungen (z.B. Aspirin, Diclofenac) das Testergebnis verfälschen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt, bevor Sie den Test durchführen wollen. Bei Frauen kann das Testergebnis während der Periode falsch sein: Warten Sie mit der Testdurchführung bis drei Tage nach Abklingen der Regelblutung.

Der Immunologische Stuhltest kostet ca. 15 Euro, die von den gesetzlichen Krankenkassen derzeit nicht übernommen werden.


Keine Angst bei positivem Testergebnis!

Ist das Testergebnis positiv, sind also Blutspuren im Stuhl entdeckt worden, bedeutet das noch lange nicht Darmkrebs! Blutspuren im Stuhl können auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Hämorrhoiden oder harmlose Verletzungen der Afterschleimhaut. Sehr wichtig ist jedoch, dass Sie bei jedem(!) positiven Testergebnis der Sache auf den Grund gehen und unbedingt eine Darmspiegelung durchführen lassen, um die genaue Ursache für die Blutspuren zu erfahren. Informationen zur Darmspiegelung finden Sie hier.

In rund zehn Prozent der Fälle mit positivem Okkultbluttest wird anschließend tatsächlich ein bösartiger Tumor gefunden, dann allerdings oft in einem so frühen Stadium, dass die Therapiechancen sehr gut sind. Auf diese Art hilft der positive Test und die anschließende Darmspiegelung, dass womöglich großes Leid verhindert werden kann.


Stuhltest zum Nachweis von "Tumor M2-PK"

Beim Tumor M2-PK Stuhltest handelt es sich um einen Test, der nicht nach verstecktem Blut im Stuhl sucht, sondern ein für Krebs typisches Enzym im Stuhl nachweisen kann. Dieses Enzym heißt "Tumor M2-PK" und kommt im bösartig veränderten Gewebe von verschiedenen Krebsarten in größerer Menge vor – darunter auch bei Darmkrebs oder bösartig veränderten Darmpolypen. Seit 2003 ist der Test als Laborfacharztleistung über den Hausarzt erhältlich, oder Sie können ihn einer Apotheke erwerben und selbständig zu Hause durchführen. Dazu sammeln Sie eine erbsengroße Stuhlprobe und schicken diese in einem eigens mitgelieferten Behältnis zur Auswertung an ein Labor, wo der Stuhl auf das Enzym Tumor M2-PK untersucht wird. Das Ergebnis erhalten Sie anschließend per Post.

Die Kosten für den Tumor M2-PK Test werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen; er kostet ca. 30 Euro.


In Erprobung: Genetischer DNA-Stuhltest

Ein weiterer Stuhltest zur Krebsvorsorge ist derzeit in den USA in Erprobung. Mit diesem genetischen DNA-Stuhltest könnte es möglich werden, Krebserkrankungen des Dickdarms und des Mastdarms direkt aus einer Stuhlprobe zu diagnostizieren. Dazu fahndet der Test nicht etwa nach indirekten Zeichen, wie verstecktem Blut im Stuhl, sondern untersucht direkt die Darmzellen, die sich in der Stuhlprobe befinden. Die Zellen werden auf Veränderungen in ihrer Erbsubstanz und Zeichen eines frühen Krebsstadiums untersucht. Hierbei kontrolliert der Test mehrere Gene, von denen man weiß, dass sie an der Entstehung von Darmkrebs beteiligt sind.

Ergebnisse einer ersten Studie belegen: Der DNA-Stuhltest ist so zuverlässig, dass er in Zukunft vielleicht den Test auf okkultes Blut ersetzen könnte. Derzeit wird der DNA-Test in den USA in großangelegten Studien an mehreren tausend Personen erprobt.