RISIKO BEI MORBUS CROHN

Morbus-Crohn-Patienten tragen ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Je länger diese chronisch entzündliche Darmkrankheit andauert, desto größer ist das Krebsrisiko. Wichtig ist dabei, welcher Anteil des Darms entzündet ist. Patienten, bei denen Morbus Crohn auf den Mastdarm beschränkt bleibt, haben das geringste Darmkrebsrisiko.

Es ist sicher, dass die Darmkrebsgefahr ist für Patienten mit Morbus Crohn deutlich geringer ist als für Patienten mit Colitis ulcerosa. Wie hoch jedoch das Risiko beim Morbus Crohn tatsächlich ist, darüber ist man sich noch nicht einig.

Ursache der Erkrankung unbekannt

Morbus Crohn in der Koloskopie    

Morbus Crohn ist eine chronische, meistens schubweise verlaufende entzündliche Darmerkrankung. Alle Schichten der Darmwand können sich entzünden. Am häufigsten ist der letzte Abschnitt des Dünndarms betroffen. Die Krankheit kann sich auf den gesamten Magen-Darm-Trakt, von der Mundhöhle bis zum Mastdarm, ausbreiten. Häufig ist die Altersgruppe der 20- bis 30-Jährigen betroffen. Jährlich treten in Deutschland zwischen zwei und vier neue Fälle pro 100.000 Einwohner auf.

Ähnlich wie die Colitis ulcerosa, kommt auch der Morbus Crohn in einigen Familien überdurchschnittlich häufig vor. Die Ursache der Krankheit ist unbekannt. Es gibt jedoch Hinweise, dass eine Fehlregulation im  Immunsystem für die Erkrankung verantwortlich ist. Hierfür könnten Viren oder Bakterien verantwortlich sein, die den Verdauungstrakt befallen und eine chronische Reaktion des Immunsystems hervorrufen, die wiederum zur dauerhaften Entzündung des Magen-Darm-Traktes führt.


Darmkrebsfrüherkennung bei Morbus Crohn

Morbus-Crohn-Patienten, deren Erkrankung auf den Mastdarm beschränkt ist, sind am wenigsten darmkrebsgefährdet. Ist zusätzlich auch der Dickdarm befallen, erhöht sich die Gefahr. Um wie viel höher das Darmkrebsrisiko bei diesen Patienten tatsächlich ist, darüber gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Den neuesten Studien zufolge liegt das Risiko für Morbus-Crohn-Patienten um drei- bis siebenmal höher als das der Normalbevölkerung.

Derzeit gelten für Patienten mit Morbus Crohn keine besonderen Empfehlungen zur Darmkrebsvorsorge. Die Langzeit-Behandlung des Morbus Crohn mit den Medikamenten Aminosalicylsäure (5-ASA) und Sulfasalazin hat mit hoher Wahrscheinlichkeit zudem eine gewisse Schutzwirkung gegen den Darmkrebs. Im Einzelfall sollten Sie mit Ihrem Magen-Darm-Spezialisten besprechen, ob bei Ihnen eine regelmäßige Darmspiegelung sinnvoll ist.