DARMKREBSVORSORGE FÜR ALLE 

Die schlechte Nachricht: Darmkrebs liegt mit 62.430 Neuerkrankungen und 25.999 Todesfällen pro Jahr in Deutschland weit vorne auf der Rangliste der tödlichsten Krebserkrankungen. Die gute Nachricht: Bei frühzeitiger Diagnose ist Darmkrebs zu 100 Prozent heilbar. Darmkrebsfrüherkennung ist die beste Chance, Leben zu retten! 


Ein Film zum Thema Vorsorge & Früherkennung

Mit freundlicher Genehmigung der telefocus.tv
Ausschnitt aus dem Patientenaufklärungsfilm PAIS
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Um Darmkrebs so früh wie möglich zu erkennen, sollten Frauen und Männer spätestens ab dem Alter von 50 zur Früherkennung gehen. Menschen mit familiärem Risiko sollten schon sehr viel früher an einem Vorsorgeprogramm teilnehmen. Hier lesen Sie mehr zum familiären Risiko für Darmkrebs.


Ziel der Früherkennung

Die Früherkennung versucht Darmkrebs im frühstmöglichen Stadium zu entdecken, damit er geheilt werden kann. Ganz und gar verhindern läßt sich Darmkrebs, indem man seine gefährlichen Vorstufen, die Darmpolypen, rechtzeitig aufspürt. Bei der Krebsvorsorge werden Darmpolypen gefunden und entfernt, bevor sie zu Darmkrebs werden können.

Darmpolypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, können sich aber im Laufe der Jahre zu bösartigen Darmkrebs entwickeln. Es kann 10 Jahren dauern, bis aus solchen Schleimhautveränderungen Krebs entsteht. Da Polypen quasi keine Symptome verursachen, lassen sie sich nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erkennen!

Entdeckt man Polypen während einer Darmspiegelung, können sie meist mit Hilfe einer elektrischen Schlinge vollständig entfernt werden.


Wie funktioniert die Früherkennung?

Mit fortschreitendem Alter steigt das Darmkrebsrisiko. Spätestens ab dem Alter von 50 sollte jeder Mensch an der Darmkrebsvorsorge teilnehmen. Wenn allerdings in der Familie ein familiäres Risiko für Darmkrebs besteht, ist die Vorsorge schon in jungen Jahren besonders wichtig. Forschen Sie deshalb in Ihrer Familie nach Fällen von Darmkrebs oder Darmpolypen, um ein familiäres Risiko zu erkennen.

Es gibt unterschiedliche Methoden der Früherkennung. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Sicherheit der Untersuchungsergebnisse.

  • Körperliche Untersuchung mit Darmaustastung: Die Austastung des Mastdarms ist eine einfache Untersuchungsmethode, mit der der Arzt Tumore im Mastdarm ertasten kann. Da sich viele Darmtumore aber in anderen, höher gelegenen Darmabschnitten befinden, ist diese Methode für sich alleine genommen für die Darmkrebsvorsorge nicht ausreichend.
  • Stuhluntersuchungen (Okkultbluttest): Darmpolypen und Tumore sondern oft Blut ab. Dieses Blut ist mit dem bloßen Auge meist nicht zu erkennen. Mit einem einfachen Okkultbluttest können unsichtbare Blutspuren im Stuhl erkannt werden.

Der Test wird ab dem Alter von 50 einmal jährlich durchgeführt. Mit ihm lassen sich mehr Polypen und Tumoren entdecken als durch alleinige Austastung des Mastdarms.

Da der Stuhltest verstecktes Blut im Stuhl nachweisen kann, ist diese Methode darauf angewiesen, dass Polypen bluten, die Sicherheit dieser Methode hängt also vom Verhalten der Polypen ab. Polypen bluten nicht immer, - so ist es wichtig, den Test nicht nur einmal sondern regelmäßig durchzuführen. Nur wer sich regelmäßig einmal pro Jahr testet, hat die damit Möglichkeit, sein Darmkrebsrisiko zu verringern.

Mit dem regelmässigen Okkultbluttest können ca. 25-30% der Darmpolypen und frühen Darmkrebsstadien gefunden werden. Hat ein Okkultbluttest einmal ein positives Ergebnis gebracht, muss auf jeden Fall (!) zur genauen Abklärung der Ursachen eine Darmspiegelung durchgeführt werden.

Hier gibt es weitere Informationen zu Stuhluntersuchungen.

  • Darmspiegelung (Koloskopie): Die effektivste und treffsicherste Methode zur Darmkrebsfrüherkennung ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Sie ist als einzige der aufgeführten Untersuchungsmethoden in der Lage, auch kleine Veränderungen der Darmschleimhaut sicher zu erkennen.

Bei der Darmspiegelung wird der komplette Dick- und Mastdarm gespiegelt, d. h. auf Schleimhautveränderungen abgesucht. Während der Untersuchungen können Gewebeproben (Biopsien) aus der Darmschleimhaut entnommen werden. Entdeckt der Arzt Darmpolypen, können diese mit einer Schlinge endoskopisch entfernt werden.

Mit den zur Verfügung stehenden optischen Präzisionsinstrumenten ist die Darmspiegelung eine Methode, mit der Darmkrebs tatsächlich verhindert werden kann. Der jährliche Stuhltest auf verstecktes Blut zusammen mit einer Vorsorge-Darmspiegelung alle 10 Jahre verringert das Darmkrebsrisiko um bis zu 90%.

Seit dem Oktober 2002 gehört die Darmspiegelung in Deutschland zur gesetzlichen Darmkrebsvorsorge ab dem Alter von 55. Bei Menschen in diesem Alter werden die Kosten einer Vorsorge-Darmspiegelung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Menschen mit einem familiären Darmkrebsrisiko sollen dagegen bereits im jüngeren Alter zur Darmspiegelung gehen; hierzu gibt es spezielle Vorsorgeprogramme. Alle Familien, in denen Fälle von Darmkrebs oder Darmpolypen bekannt sind, haben prinzipiell ein erhöhtes Risiko.

Hier gibt es weitere Informationen zur Darmspiegelung.

  • Virtuelle Koloskopie: Die virtuelle Koloskopie ist ein neues High-Tech-Verfahren, um das Innere des Darmes zu betrachten und dort nach Veränderungen zu fahnden. Während bei der klassischen Darmspiegelung ein Untersuchungsinstrument, ein biegsames Endoskop, in den Darm eingeführt werden muß, findet die virtuelle Koloskopie nicht direkt am Körper des Patienten statt, sondern wird am Computermonitor simuliert. Dazu ist eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie nötig.

Für manche Patienten ist die virtuelle Koloskopie angenehmer als die klassische Darmspiegelung. Nachteil ist jedoch, das kleine Darmpolypen oder entzündliche Veränderungen der Darmwand nicht erkannt werden können. Auch ist bei der virtuellen Koloskopie eine Biopsieentnahme zur mikroskopischen Untersuchung sowie eine Polypenentfernung nicht möglich.

Hier lesen Sie mehr über die Virtuelle Koloskopie.

 

Wo kann man es machen - wer bezahlt es?

Die einfachen Methoden wie Darmaustastung und Stuhltest werden meist vom Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogramms durchgeführt.

Für eine Darmspiegelung ist es hingegen wichtig, dass man sich an einen erfahrenen Magen-Darm-Spezialisten (Gastroenterologen) wendet. Die Darmspiegelung kann in einer gastroenterologischen Praxis oder ambulant in einem Krankenhaus durchgeführt werden. Die Routine und Erfahrung des Arztes sowie die Qualität der Untersuchungsinstrumente haben dabei Einfluss auf den Erfolg der Untersuchung.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab dem 51. Lebensjahr einmal pro Jahr die Durchführung eines Tests auf verstecktes Blut im Stuhl (chemischer Okkultbluttest) in Verbindung mit einer ärztlichen Untersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung.

Seit Oktober 2002 bezahlen die Kassen alternativ dazu ab dem 56. Lebensjahr die Durchführung einer Vorsorge-Darmspiegelung sowie einer weiteren Darmspiegelung zehn Jahre später.

Anders dagegen, wenn bei Ihnen ein familiäres Risiko für Darmkrebs vorliegt: In einem solchen Fall übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch die Kosten einer Darmspiegelung im jüngeren Alter.