Eine Chemotherapie läuft in der Regel über ein gutes halbes Jahr. Die eingesetzten Medikamente erhält man dabei nach einem festen Therapieplan, dem so genannten Behandlungsprotokoll.

Bei allen Chemotherapien wechseln sich Behandlungsphasen mit Erholungsphasen (Behandlungspausen) ab. Den Zeitraum vom Beginn einer Behandlungsphase bis zum Ende der anschließenden Erholungsphase nennt man Zyklus. Eine komplette Chemotherapie bei Darmkrebs besteht üblicherweise aus vier, sechs oder zwölf Zyklen.

Wie lange ein einzelner Zyklus dauert ist sehr unterschiedlich und hängt von den verwendeten Medikamenten und dem gewählten Therapieprotokoll ab: Es gibt Behandlungsphasen, die fünf Tage dauern und sich monatlich wiederholen. Andere laufen nur über 48 Stunden, sie wiederholen sich dafür alle zwei Wochen.Beim Einsatz von Zytostatika in Tablettenform (Capecitabin bzw. Uracil/Tegafur) erstreckt sich die Behandlungsphase über 2 bzw. 4 Wochen und wird alle 3 bzw. 5 Wochen wiederholt.

Quellen:Fachinformation für XELODA (Capecitabin) (http://www.fachinfo.de/FachInfo/data/fi/pdf/00/52/005254.pdf),Fachinformation für UFT (Uracil/Tegafur) (http://www.fachinfo.de/FachInfo/data/fi/pdf/00/53/005391.pdf)

Laufende Verbesserungen bei der Standardbehandlung

Die Chemotherapie mit 5-Fluorouracil plus Folinsäure (5-FU/FA) galt lange Zeit als Standardchemotherapie bei Darmkrebs. Erfolge bei der Erprobung von neueren Zytostatika haben dann dazu geführt, dass diese Standardtherapie mehr und mehr ergänzt und verbessert wurde. Mittlerweile gilt beispielsweise die Kombinationsbehandlung aus 5-FU/FA plus Oxaliplatin (FOLFOX4-Protokoll) als wichtige Verbesserung bei der adjuvanten Chemotherapie bei Dickdarmkrebs. Hier lesen Sie mehr zu den Behandlungsprotokollen für die adjuvante Therapie.

Insbesondere beim Mastdarmkrebs wird eine Chemotherapie (in Kombination mit einer Strahlentherapie) auch vor der Tumoroperation eingesetzt, die Ärzte bezeichnen dies als neoadjuvante Behandlung. Mehr zu neoadjuvanten Behandlungsplänen lesen Sie hier.

Bei Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium IV (metastasierte Situation) sorgen Forschungsarbeiten und Studien laufend für Verbesserungen hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Chemotherapie. In der palliativen Situation, d.h. wenn man nicht mehr auf eine Heilung sondern nur noch auf eine Linderung der Erkrankung abzielt, ermöglicht beispielsweise der Wechsel auf eine andere Zytostatikakombination eine wirsame Behandlung auch dann, wenn eine erste Chemotherapie keine Wirkung mehr zeigt . Erweitert wird die Zytostatikabehandlung darüber hinaus mit neuartigen Wirkstoffen aus dem Bereich der so genannten zielgerichteten Therapie: Antikörper, die die Blutgefäß-neubildung des Tumors hemmen (Anti-Angiogenese) oder Wachstums-signale im Tumorgewebe blockieren, werden zur Chemotherapie hinzu gegeben. Hier lesen Sie mehr zur Chemotherapie bei palliativer Behandlung.

Den Spezialisten zu Rate ziehen!

Welcher Behandlungsplan für Sie in Frage kommt und die voraussichtlich besten Ergebnisse bringt, muss immer ein Krebsspezialist (Onkologe) entscheiden. Wenden Sie sich dazu am besten an ein Tumorzentrum, eine Universitätsklinik oder eine sonstige spezialisierte Krebsabteilung.

In jedem Fall sollen Nutzen und Belastungen durch die Chemotherapie sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Jeder Darmkrebspatient verdient eine Beratung, die seine ganz individuelle Krankheitssituation berücksichtigt. Auch kann es für Sie von Vorteil sein, an einer klinischen Studie teilzunehmen, mit deren Hilfe neuere Therapieoptionen erforscht werden.