Der Erfolg einer Darmkrebstherapie ist auch abhängig von der behandelnden Klinik und ganz besonders von der Erfahrung des operierenden Chirurgen. Langjährige Beobachtungen haben gezeigt, dass sich der Anteil der Patienten, die fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben sind, von Klinik zu Klinik erheblich unterscheiden kann.

Wichtige Anlaufstellen: Die zertifizierten Darmkrebszentren

Wichtige erste Anlaufstellen für die Behandlung von Darmkrebs sind die zertifizierten Darmkrebszentren in Deutschland, Kliniken also, die sich mit Darmkrebs gut auskennen. Ebenso geeignet sind die Universitätskliniken.

Zertifizierte Darmkrebszentren und Universitätskliniken sind Krankenhäuser oder Krankenhaus-Kooperationen, die

  • genügend Erfahrung in der Behandlung von Darmkrebsfällen nachweisen können, (Mindestmengen-Forderung)
  • Darmkrebs entsprechend der aktuellen Therapie-Leitlinien behandeln und
  • wichtigeTherapieentscheidungen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz treffen, an der Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen teilnehmen (Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie, u.a.).

Im Bereich "Arzt- und Klinksuche" auf www.darmkrebs.de finden Sie geeignete Krankenhäuser zur Behandlung von Darmkrebs. Hier gelangen Sie auch zum Verzeichnis der zertifizierten Darmkrebszentren in Deutschland (Oncomap). Ebenfalls empfehlen können wir Ihnen die Einrichtungen und Experten aus der FOCUS-Ärzteliste; diese Liste von Krebsexperten wurde vom Nachrichten-Magazin FOCUS auf Basis umfassender Recherchen erstellt.

Ein weiteres gutes Zeichen für eine Klinik ist es, wenn die Möglichkeit besteht, an einer klinischen Studie teilzunehmen, in der z.B. neue Wirkstoffe und Methoden gegen Darmkrebs erprobt werden.Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich eine Klinik an der klinischen Forschung beteiligt und auch neue Verfahren unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen anbietet. Hier lesen Sie mehr zu klinischen Studien.

Zweite Meinung in nicht eindeutiger Behandlungssituation

In bestimmten Situationen bei Darmkrebs ist der bestgeeignete Behandlungsweg nicht immer eindeutig festzulegen. Dies gilt beispielsweise für Fälle von Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom), die Behandlung von  Metastasen in Leber und Lunge oder wenn ein Tumorrückfall (Rezidiv) eine erneute Therapie erfordert.

Scheuen Sie sich in dieser Situation nicht, Ihren Arzt auf die Möglichkeit anzusprechen, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Nehmen Sie auch Kontakt mit Ihrer Krankenkasse auf. Viele Krankenkassen bieten eigene Zweitmeinungs-Verfahren und weitere Informationsmöglichkeiten an. Erkundigen Sie sich auch nach einer Klinik, die sich mit der Behandlung von solchen Darmkrebsfällen auskennt und an die Sie sich zur Behandlung wenden können.

 


Dieser Text entstand mit fachlicher Unterstützung des Krebsinformationsdiensts (KID).