Im Stadium III ist die Erkrankung bereits fortgeschritten. Damit erhöht sich die Gefahr, dass derTumor durch die Operation nicht vollständig beseitigt werden kann und in absehbarer Zeit wiederkehrt oder Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen bildet. Dennoch gibt es auch in diesem Stadium Hoffnung auf Heilung. Zur Einschätzung der Heilungsaussichten gibt man die Fünfjahres-Überlebensrate an: Von den Patienten mit Stadium III leben nach fünf Jahren noch etwa 33-71 Prozent, je nachdem welches Unterstadium vorliegt (das Stadium III wird noch unterteilt).

Quellen:R. Labianca et al. Primary colon cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, adjuvant treatment and follow-up. Ann Oncol, 5 May 2010; 21(suppl 5):v70-v77.Schuch G et al. Adjuvante Therapie des Kolonkarzinoms. Der Onkologe, Dez. 2009;15(12):1215-1222.Lombardi L et al. Adjuvant therapy in colon cancer. Oncology. 2010 Febr;77(Suppl. 1):50-56.Tumorzentrum München: Manual Gastrointestinale Tumoren - Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge, 8. Auflage 2010

Der Therapieerfolg hängt maßgeblich davon ab, wie gut und erfahren die Klinik ist, in der Sie behandelt werden. Auch in diesem Stadium ist die Operation ein wichtiger Behandlungsschritt, deren Qualität für den weiteren Verlauf der Krankheit entscheidend ist. Im Falle von Dickdarmkrebs ist außerdem eine Chemotherapie notwendig, bei Mastdarmkrebs eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie. Insgesamt kann die Behandlung bis zu einem Jahr dauern.

Therapie im Stadium III

TNMT 1-4, N1-2, M0
Was bedeutet das?Fortgeschrittener Tumor, der bereits in benachbarte Lymphknoten gestreut hat (N1-2). Fernmetastasen, also Metastasen in anderen Organen, sind nicht vorhanden (M0).
Therapie bei Dickdarmkrebs

Immer Operation, anschließend Chemotherapie (adjuvante Therapie). Eventuell Teilnahme an klinischen Studien mit neuen Kombinationen von Medikamenten, die bereits klinisch erprobt sind. Regelmäßige Nachsorge.

Therapie bei MastdarmkrebsImmer Operation. Vor der Operation Strahlen-therapie oder kombinierte Strahlen- und Chemo-therapie (neoadjuvante Therapie). Alternativ kombinierte Strahlen- und Chemotherapie nach der Operation (adjuvante Therapie). Eventuell Teilnahme an klinischen Studien mit neuen Kombinationen von Medikamenten, die bereits klinisch erprobt sind. Regelmäßige Nachsorge.

Zusätzlich Chemotherapie oder Strahlentherapie

Im Stadium III sind in der Nähe des Tumors gelegeneLymphknoten mit befallen. Der Chirurg wird auch hier versuchen, denTumor samt der betroffenen Lymphknoten vollständig zu entfernen. Jedoch kann in diesem Stadium nicht ausgeschlossen werden, dass sich später erneut Tumorherde bilden. Es ist oftmals auch nicht genau zu klären, ob wirklich alle befallenen Lymphknoten entfernt werden konnten. Ebenso wenig kann der Chirurg mit Sicherheit sagen, dass nicht einzelne Krebszellen unerkannt in andere Körperregionen eingedrungen sind.

Je mehr Lymphknoten von Krebszellen befallen sind, desto höher ist das Risiko für einen Rückfall, ein Tumorrezidiv. Um die Möglichkeiten zu reduzieren, dass der Tumor erneut auftritt, werden Patienten mit Dickdarmkrebs nach der Operation auf jeden Fall mit einer Chemotherapie behandelt (adjuvante Chemotherapie)(Hier lesen Sie mehr zur Chemotherapie). Bei Patienten mit Mastdarm-krebs im Stadium III gehört eine Strahlentherapie oder eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie vor der Operation (neoadjuvante Therapie) zur Standardbehandlung. Sie soll den Tumor verkleinern bzw. die Menge des gesunden Gewebes, das bei der Operation mit dem Tumor entfernt werden muss, verringern. Dies kann dazu dienen, den Schließmuskels zu erhalten und einen künstlichen Darmausgang zu vermeiden. Außerdem kann es die Voraussetzungen für eine vollständige Tumorentfernung und damit einer Heilung verbessern. In Fällen, in den die Operation der erste Schritt war, wird empfohlen, eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie im Anschluss an die Operation (adjuvante Therapie) durchzuführen.[t1] Information zur Strahlentherapie bei Mastdarmkrebs finden Sie hier.

Quelle: Schmiegel et al. S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007 (für die Themenkomplexe IV, VI und VII) Z Gastroenterol 2008; 46: 1–73. doi: 10.1055/s-2008-1027700.

Generell kann es für Patienten mit Darmkrebs im Stadium III sinnvoll sein, an einer klinischen Studie teilzunehmen, vor allem dann, wenn die Standardtherapie nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. In solchen wissenschaftlichen Studien erproben Ärzte beispielweise neue Medikamentenkombinationen. Da klinische Studien immer nur über einen begrenzten Zeitraum laufen und zudem laufend neue klinische Studien begonnen werden, ist es am besten, man informiert sich aktuell über die bestehenden Möglichkeiten. Sicher wird Ihnen auch Ihr Arzt dabei helfen können, eine für Ihren speziellen Krankheitsfall geeignete klinische Studie ausfindig zu machen. Hier finden Sie mehr Information zu klinischen Studien.

Nachsorge ist wichtig

Bei fast jedem zweiten Patienten im Stadium III kehrt die Darmkrebserkrankung trotz intensiver Therapie wieder. Je früher das Rezidiv erkannt wird, desto erfolgversprechender kann erneut therapiert werden. Daher sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen unverzichtbar.

Nach Beendigung der Therapie sollte in der Regel alle sechs Monate eine Kontrolluntersuchung stattfinden, eine Untersuchung auf Metastasen etwa ein Jahr nach Beendigung der Therapie. Ebenso sollte nach drei Jahren eine komplette Darmspiegelung erfolgen, bei Mastdarmkrebs zusätzlich alle sechs Monate eine Mastdarmspiegelung (Rektoskopie). Sollten später einmal Metastasen auftreten, gelten für die erneute Behandlung die Behandlungsrichtlinien des Stadium IV, die hier beschrieben werden.