Die Strahlentherapie ist die dritte Säule in der Krebsbehandlung. Bei Darmkrebs kommt sie nur zur Behandlung von Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) in Frage. Wie die Operation und Chemotherapie ist auch die Strahlentherapie ein Verfahren, das mit Belastungen für den Patienten einhergeht. Hilfreich ist es dabei, eine positive innere Einstellung der Therapie gegenüber zu entwickeln.

Angst in der „Bestrahlungskammer“

Die Situation, sich in einer Bestrahlung zu befinden, ist für die meisten Menschen belastend und gewöhnungsbedürftig. Sie fühlen sich hinter den Türen des Behandlungsraumes scheinbar schutzlos der "High-Tech-Medizin" ausgeliefert.

Entscheidend für Ihr Empfinden gegenüber einer Strahlentherapie sind die inneren Bilder und Vorstellungen, mit denen Sie in den Behandlungsraum gehen. Mit dem Gedanken an "vernichtende Strahlen" fühlt man sich verständlicherweise ängstlich und nach der Bestrahlung entsprechend erschöpft und ausgelaugt. Positive Bilder dagegen können helfen, mit der Behandlung umzugehen. Manchen hilft es beispielsweise, die Strahlen als Heilquelle zu sehen, mit denen der Krebs in Ihrem Körper bekämpft und verdrängt werden kann. Oder denken Sie während der Behandlung an schöne Augenblicke Ihres Lebens. Manchen Patienten helfen kleine Maskottchen, die sie während der Bestrahlung in der Hand halten können.

Mit Hilfe der positiven Vorstellungen können Patienten die Strahlenbehandlung leichter und gelöster meistern. Die anfängliche Angst nimmt so in einem Großteil der Fälle im Laufe der Behandlung deutlich ab.

Sollten Sie die Therapie dennoch belasten oder mit anhaltenden Ängsten verbunden sein, fragen Sie Ihren Arzt, ob es in der Klinik oder der Praxis einen Ansprechpartner gibt, der Sie von psychologischer Seite unterstützen kann. Beispielsweise können Sie - mit Hilfe eines Psychoonkologen, Techniken zur gezielten Entspannung erlernen. Mehr zu den ergänzenden Methoden bei der Krebsbehandlung lesen Sie hier.

Strahlen „verbrennen“ den Körper?

Die Vorstellung, dass die eingesetzten Strahlen große Teile des Körpers "verstrahlen" und „verbrennen“ könnten, ist immer noch weit verbreitet. Dies entspricht allerdings nicht der Realität. Es ist gerade ein besonderer Vorteil der Strahlentherapie, millimetergenau gegen das kranke Krebsgewebe vorgehen zu können, wobei das gesunde Körpergewebe außerhalb des Bestrahlungsfeldes geschont werden kann. Eine Ausbreitung von Strahlen im gesamten Körper findet dabei nicht statt.

Trotzdem kann die Strahlentherapie Nebenwirkungen verursachen, vorübergehende Einschränkungen und in manchen Fällen auch Spätfolgen. Dies hängt entscheidend von der Dosis und dem Ort der Bestrahlung ab. Für Sie als Patient ist daher das klärende Gespräch mit dem Strahlentherapeuten vor Beginn der Behandlung sehr wichtig. Er wird mit Ihnen den Ablauf der Therapie, mögliche Nebenwirkungen und Folgen besprechen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, alle Ihre Fragen an den Arzt zu stellen. Denn gutes und umfangreiches Wissen über die Strahlentherapie wird Ihnen auch dabei helfen, die positiven Seiten der Behandlung zu erkennen.

Erschöpfung während der Behandlung

Es ist ratsam, die eigenen Tagesaktivitäten nach dem Ablauf der Strahlentherapie auszurichten: Versuchen Sie, die Behandlungstage nach Möglichkeit so zu gestalten, dass Sie bei Bedarf Ruhe und ausreichend Schlaf haben können.

Manche Patienten kehren nach der Behandlung sehr schnell in den Alltag zurück, weil sie aus der deprimierenden Stimmung herauskommen wollen. Das ist allerdings eine problematische Bewältigungsstrategie. Je nach den Anforderungen des Alltags ermüdet der erschöpfte Körper dadurch nur noch zusätzlich. Verhalten Sie sich an Behandlungstagen nicht leistungsorientiert. Vergleichen Sie sich nicht mit gesunden Menschen. Nehmen Sie sich die nötige Auszeit und gestatten Sie sich ausreichend Erholung. Finden Sie heraus, was Ihnen gut tut.

 


Dieser Text entstand mit fachlicher Unterstützung des Krebsinformationsdiensts (KID).