Die herkömmliche Darmspiegelung („Koloskopie“) ist ein zuverlässiges und mit nur geringem Komplikationsrisiko behaftetes Untersuchungs- verfahren zur rechtzeitigen Erkennung von Darmkrebs und seinen Vorstufen („Polypen“). Dennoch scheuen sich viele Menschen, diese wichtigeKrebsvorsorgeuntersuchung in Anspruch zu nehmen. Dafür werden unterschiedliche Begründungen angegeben wie Angst vor Schmerzen während der Untersuchung oder vor der Betäubungs-spritze, die zum Vermeiden von Schmerzen gegeben wird, oder vor Komplikationen, die eine invasive Untersuchung wie die Darmspie-gelung mit sich bringen könnte. Für viele Menschen ist vermutlich auch das Schamgefühl ein Hinderungsgrund, das mit der instrumentellen Untersuchung des Intimbereichs verbunden ist.

Kapselkoloskopie als Alternative zur herkömmlichen Darmspiegelung

Wer eine herkömmliche Darmspiegelung aus solchen Gründen für sich ausschließt, dem steht jetzt mit der Kapselkoloskopie eine sehr gute Alternative zur Verfügung. Dieses Untersuchungsverfahren ist noch komplikationsärmer als die herkömmliche Darmspiegelung, absolut schmerzfrei und nicht-invasiv, d. h. es findet keine instrumentelle Untersuchung des Intimbereichs statt. Außerdem entfällt im Gegensatz zur herkömmlichen Darmspiegelung die Notwendigkeit der Betäubungsspritze.

Wie wird die Kapselkoloskopie durchgeführt?

Man schluckt eine Kapsel in Größe einer großen länglichen Tablette. Sie hat eine glatte Oberfläche, so dass sie sich leicht schlucken lässt, und reist dann für mehrere Stunden selbständig durch den Magen-Darm-Kanal, bis sie auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden wird. Sie ist bestückt mit hoch entwickelter optischer Technik, die es ermöglicht, das Innere des Darms mit bis zu 35 Bildern pro Sekunde hoch aufgelöst abzubilden und die Bilder nach außen zu senden. Damit die Bilder empfangen und nach Abschluss der Untersuchung vom Arzt ausgewertet werden können, trägt der Untersuchte ein Empfangs-gerät am Gürtel. Nach dem Ausscheiden kann die Kapsel in der Toilette weggespült werden. Da für die Kapselkoloskopie keine Betäubungs-spritze notwendig ist, ist man im Gegensatz zur herkömmlichen Darmspiegelung am Untersuchungstag verkehrstüchtig und voll geschäftsfähig.

Vor der Kapseluntersuchung

Damit Veränderungen der Darmschleimhaut von der Kapselkamera zuverlässig erkannt werden, muss der Darm absolut sauber sein. Vorbereitend muss zu diesem Zweck eine bestimmte Menge an einer darmreinigenden Lösung getrunken werden. Das exakte Einhalten der Trinkvorschrift ist Voraussetzung für eine aussagekräftige Unter-suchung. Es hat darüber hinaus noch einen weiteren positiven Effekt: Viele naturheilkundlich orientierte Ärzte sehen in der Darmreinigung eine gesundheitsprophylaktische Maßnahme im Sinne einer Entschlackung des Darms mit anschließendem Wiederaufbau einer gesunden Darmflora.

Einschränkungen des Verfahrens

Wer sich zur Durchführung einer Kapselkoloskopie entscheidet, muss wissen, dass die Zuverlässigkeit dieser Methode im Vergleich zur herkömmlichen Darmspiegelung derzeit noch etwas geringer ist. Eine weitere Einschränkung ist, dass bei der Untersuchung keine Gewebe-proben und Polypen entnommen werden können sondern dass dies bei einer sich anschließenden herkömmlichen Darmspiegelung geschehen muss. Dies ist aber nur bei jeder fünften Untersuchung der Fall. Für die Mehrheit der Untersuchten gilt: Sie können sich nun 10 Jahre Zeit lassen bis zur nächsten Darmkrebsvorsorgeuntersuchung.

Wer führt die Kapselkoloskopie durch und was kostet sie?

Welcher Arzt in Wohnortnähe die Kapselkoloskopie durchführt, erfahren Sie bei Ihrem Hausarzt, bei einem niedergelassenen Gastroenterologen oder beim ärztlichen Leiter einer Internistischen oder Gastroenterologischen Krankenhausabteilung. Die Kosten für eine Kapselkoloskopie liegen derzeit bei etwa 1.000 €. Sie werden von den Krankenversicherungen bisher nur in Ausnahmefällen übernommen. In jedem Fall aber lohnt sich die Anfrage bei Ihrer Krankenversicherung.