Darmkrebs im Stadium IV bedeutet ein fortgeschrittenes Stadium. Der Krebs hat bereits Absiedlungen (Metastasen) in anderen Organen gebildet. Eine Heilung ist eher die Ausnahme als die Regel.

Im fortgeschrittenen Stadium IV wird eine Operation des Darmtumors und der Metastasen dann durchgeführt, wenn eine Aussicht auf Heilung besteht oder der Eingriff die körperliche Verfassung und damit die Lebensqualität verbessern kann. Sofort operiert werden muß ein Darmtumor dann wenn er starke Schmerzen verursacht oder wenn ein Darmverschluß droht. Man versucht, den Tumor weitestgehend heraus-zuschneiden, obwohl dies oft nicht gelingt, da der Krebs bereits in Nachbarorgane eingewachsen ist. Neben der Operation kommt bei Patienten mit metastasiertem Darmkrebs die medikamentöse Therapie - Chemotherapie und so genannte zielgerichtete Wirkstoffe - zum Einsatz.

Therapie im Stadium IV

TNM

T 1-4, N0-2, M1

Was bedeutet das?

Es ist nicht nur der Tumor am Darm vorhanden, es wurden auch Fernmetastasen, meist in Leber oder Lunge, festgestellt.

Therapie bei Dickdarmkrebs

Verschiedene Therapiestrategien je nach Ausgangssituation: Operation von Darmtumor und Metastasen und gegebenenfalls medikamentöse Therapie vor oder nach der Operation zur Verkleinerung der Metastasen oder Verringerung des Rückfallrisikos. Oder alleinige medikamentöse Therapie zur Lebensverlängerung und Symptomlinderung, wenn die operative Entfernung der Tumoren nicht möglich ist (palliative Therapie). Eventuell Teilnahme an klinischen Studien mit neuen Behandlungsansätzen. Keine geregelte Nachsorge.

Quellen:Schmiegel et al. S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007 (für die Themenkomplexe IV, VI und VII) Z Gastroenterol 2008; 46: 1–73.E. Van Cutsem, B. Nordlinger, A. Cervantes, and On behalf of the ESMO Guidelines Working Group. Advanced colorectal cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines for treatment. Ann Oncol, 5 May 2010; 21(suppl 5):v93-v97.NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology - Colon Cancer (V.3.2011), Stand 02/2011NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology - Rectal Cancer (V.4.2011), Stand 02/2011

Therapie bei Mastdarmkrebs

Prinzipiell wie bei Dickdarmkrebs, außer dass in bestimmten Situationen die Chemotherapie mit einer Strahlentherapie kombiniert wird.

Therapiefortschritte beim fortgeschrittenen Darmkrebs

Die Behandlung von Darmkrebs im Stadium IV richtet sich vor allem danach, ob es möglich ist, neben dem Darmtumor auch die Metastasen operativ zu entfernen. Im Falle von Lebermetastasen, bei denen der Chirurg die befallene Leberregion entfernt, ist eine der Voraussetzungen für die Operation, dass genug gesundes Lebergewebe übrig bleibt, um eine ausreichende Leberfunktion zu gewährleisten. Ist eine Operation der Lebermetastasen nicht möglich, können diese auch mit Laserstrahlen, Gewebeerhitzung, Kälte oder durch die Einbringung von kleinen radioaktiven Kügelchen in die Leberzerstört werden; die Erfolgsaussichten dieser Verfahren sind jedoch noch nicht so gut untersucht wie die der Operation.

Wichtig ist, bei der Operation einen Sicherheitsabstand zwischen Metastase und lebenswichtigen Strukturen zu haben. Ungünstig ist es dann, wenn zum Beispiel eine Metastase direkt an einer Leberarterie sitzt. Und: Je mehr Metastasen in der Leber sichtbar sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich viele weitere, winzig kleine gibt, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Die Zerstörung aller vorhandenen Metastasen ist dann sehr unwahrscheinlich und eine Heilung nicht möglich. Lesen Sie hier mehr zur Behandlung von Metastasen.

In der Mehrzahl der Fälle wird im Stadium IV eine medikamentöse Therapie durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Chemotherapie, die eventuell mit so genannten zielgerichteten Wirkstoffen (Antikörpern) ergänzt wird. Die medikamentöse Therapie kann zusätzlich zur Operation erfolgen, entweder um vor einer Operation die Metastasen zu verkleinern oder um nach der Operation das Risiko eines Rückfall zu verringern. Bei Mastdarmkrebs erhält der Patient in der Regel eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie. Ist eine operative Entfernung der Metastasen und damit eine Heilung der Erkrankung nicht möglich, kann eine medikamentöse Therapie zumindest das Überleben des Patienten verlängern, Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern (palliative Therapie). Fortschritte in dieser Hinsicht konnten in den letzten Jahren mit Hilfe neuerer Medikamente, der so genannten zielgerichteten Wirkstoffe, erreicht werden, die die Chemotherapie ergänzen. Bei diesen Medikamenten handelt es sind um Antikörper, die gezielt gegen bestimmte Strukturen der Tumorzellen bzw. ihrer Boten-stoffe gerichtet sind. Der Einsatz dieser neuen Substanzen hat sich bei Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem Darmkrebs bereits bewährt. Mehr zur medikamentösen Therapie in der palliativen Situation lesen Sie hier. Neben der medikamentösen Therapie können zur Symptomlinderung und Verbesserung der Lebensqualität (Palliativ-behandlung) auch Operation und Strahlentherapie zum Einsatz kommen.

Neue Behandlungsansätze in klinischen Studien

Die je nach Ausgangssituation komplexe Therapiestrategie bei fortgeschrittenem Darmkrebs mitMetastasen (metastasierter Darmkrebs) sollte unter Einbeziehung verschiedener Fachdisziplinen (Chirurgie, Gastroenterologie, innere Medizin und Onkologie) festgelegt werden. Daher ist es wichtig, sich an eine erfahrene und spezialisierte Klinik zu wenden. Die Ärzte sollten Sie als Patienten Ihren individuellen Erfordernissen entsprechend ausführlich über die Therapiemöglichkeiten aufklären und in die Entscheidung miteinbeziehen.

Gute Ansprechpartner sind die Universitätskliniken oder Tumorzentren in Deutschland. Hier besteht zudem auch die Möglichkeit, als Patient an wissenschaftlichen, klinischen Studien teilzunehmen, in denen neue Behandlungsansätze erprobt und erforscht werden. Mehr zu den neuen Behandlungsansätzen bei Darmkrebs lesen Sie hier.

Hier der Link zu deutschen Tumorzentren.