Ayurveda ist ein Heilsystem, das vor mehr als 3000 Jahren in Indien entstand. Der Begriff leitet sich von den Worten "ayus" für "Leben" und "veda" für Wissenschaft ab. Ayurveda prägt als "Wissenschaft vom Leben" traditionell das Leben in Indien.

Auch in Deutschland liegt Ayurveda als Wohlfühlprogramm gegen Stress im Trend. Krebspatienten können von den Massagen, Ölbehandlungen und Entspannungsübungen profitieren. Oft verbessern diese die körperliche und seelische Verfassung und steigeren das Wohlbefinden.

Doch nicht alle aryuvedischen Anwendungen sind ungefährlich. Insbesondere das Heilfasten zu Beginn der klassischen Behandlung kann bei Krebspatienten Schäden verursachen.

Die aryuvedische Lehre von den fünf Elementen

Die Grenzen zwischen Gesundheit und Krankheit werden im Ayurveda durch das subjektive Befinden definiert. Es orientiert sich am Zustand der so genannten Doshas, die fünf Elemente Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Diese Doshas regeln angeblich die Funktionen des Körpers und des Geistes; durch schädliche äußere oder innere Einflüsse, so meinen die Anhänger dieser Lehre, können sie sich verändern. Nach ayurvedischer Auffassung führen Veränderungen der Doshas zu Krankheiten.

Ähnlich wie bei der Traditionellen Chinesische Medizin (TCM) steht daher die Stärkung der Lebensenergie im Mittelpunkt der therapeutischen Behandlung. Die Therapie zielt darauf ab, die Doshas wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Als Mittel werden Kräuter, eine abgestimmte Ernährung, mineralische und tierische Substanzen sowie bestimmte Verhaltensmaßregeln eingesetzt.

Panchakarma-Kur: was Patienten wissen müssen

Am Anfang einer ayurvedischen Behandlung steht meist die Panchakarma-Kur, die den Körper zunächst entschlacken soll. Sie ist Ausgangspunkt für anschließende Behandlungen, die eine auf den Zustand der Doshas abgestimmte Ernährung und entsprechende ayurvedische Medikamente beinhaltet.

Die Panchakarma-Kur besteht aus fünf Schritten, die aber nicht immer und bei jedem Patienten angewendet werden: Vamana - das Erbrechen, Virechana - das Abführen, Basti - die Einläufe; Nasya - eine spezielle, ausleitende Therapie für den Kopf und Raktamoksana - der Aderlass. Die Panchakarma-Kur ist also eine Art des Heilfastens.

Für Krebspatienten ist hier Vorsicht geboten. Ärzte warnen, dass Heilfasten bei Krebspatienten bedrohlichen Nährstoffmangel verursachen kann. Auch die ayurvedische Kost selbst ist nicht unumstritten.

Yoga - Belebung für alle Sinne

Yoga ist eine Einheit aus Atem- und Körperübungen. Die Yoga-Atmung, Pranayama genannt, soll den Körper beleben und den Geist und Verstand kontrollieren. Es heißt: "Wenn der Atem wandert, dann ist der Geist unruhig. Aber wenn der Atem still ist, ist es auch der Geist". Mit Hilfe der Übungen soll mehr innere Ruhe und Ausgeglichenheit erlangt werden. Die Yoga-Atmung unterstützt die Körperübungen, Asasana genannt. Diese dienen dazu, die Muskulatur zu kräftigen, Verspannungen zu lösen und dadurch Schmerzen zu nehmen.

Yoga hat keinen Wettbewerbscharakter, niemand muss die Übungen "perfekt" beherrschen. Man sollte diese Bewegungen ohne jeglichen zwanghaften Leistungsdruck ausführen.

Es gibt einige unterschiedliche Formen des Yoga und nicht jede ist für Krebspatienten geeignet. Beispielsweise besteht Kundalini aus besonders kraftvollen Übungen, die für kranke und alte Menschen zu anstrengend sein könnten. Lassen Sie sich beraten, welche Variation am besten zu Ihnen passt. Hier zwei geeignete Beispiele:

  • Hatha Yoga - der in Deutschland bekannteste Yoga-Stil. Neben Atem- und Körperübungen sind auch Entspannungstechniken und meditative Elemente enthalten. Hatha Yoga kann von sehr sanft bis sehr dynamisch praktiziert werden. Probieren Sie unter fachkundiger Anleitung aus, was Ihnen gut tut.
  • Nada Yoga – hier spielt die Meditation eine zentrale Rolle. Sie wird über Töne, zum Beispiel durch Singen oder einfaches Musizieren unterstützt. Die Methode gilt als besonders effektiv, um abschalten und loslassen zu können.

Immer Vorsicht, wenn Gurus im Spiel sind!

Insgesamt ist immer eine Portion gesunde Skepsis beim Ayurveda geboten. Vor allem, weil auch Sekten sich dieser Methoden bedienen. Ein Beispiel hierfür ist die "Transzendentale Meditation" des indischen Gurus Mahesh Mahesh Yogi, der bereits in den 60er Jahren ayurvedische Inhalte mit Weltbotschaften verband. Mitte der 80er Jahre interpretierte er die klassische Ayurveda in seinem Sinne um und kreierte eine neue Form, das "Maharishi Ayur-Veda" als Allheilmittel auf dem Weg zur vollkommenen Gesundheit.

Weiterführende Links:

Die Habichtswaldklinik in Kassel zeigt beispielhaft auf ihrer Homepage, wie sich im Sinne einer ganzheitlichen Krebstherapie konventionelle und alternative Methoden, darunter Ayurveda, kombinieren lassen.