Darmkrebs im Stadium I (Dukes Klasse A) ist die frühe Form von Darmkrebs. Die Heilungschancen sind sehr gut. Die meisten Patienten können in diesem Stadium dauerhaft geheilt werden, wenn der noch kleineTumor durch eine Operation restlos entfernt wird. Zur Einschätzung der Heilungsaussichten gibt man die Fünfjahres-Überlebensrate an: Von den Patienten mit Stadium I leben nach fünf Jahren noch 86 bis 97 von 100 Patienten.Lymphknoten sind im Stadium I noch nicht befallen und dasRisiko, dass sichMetastasen bilden, ist äußerst gering. Es ist neben der Operation normalerweise keine weitere Therapie notwendig.

Quellen:Schmiegel et al. S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007 (für die Themenkomplexe IV, VI und VII) Z Gastroenterol 2008; 46: 1–73.
Cunningham D et al. Colorectal cancer. Lancet. 2010 Mar 20;375(9719):1030-47. doi: 10.1016/S0140-6736(10)60353-4

Therapie im Stadium I

TNM

T 1-2, N0, M0

Was bedeutet das?

Kleiner, noch nicht fortgeschrittener Tumor, der sich auf seinen Entstehungsort beschränkt. Er ist auf die Darmschleimhaut beschränkt (T1) oder hat zusätzlich die darunter liegende Muskelschicht mit befallen (T2). Lymphknoten sind nicht betroffen (N0), es gibt keine Metastasen (M0).

Therapie bei Dickdarmkrebs

Immer Operation, sonst keine weitere Therapie notwendig. Eine regelmäßige Nachsorge wird in Anbetracht der geringen Rückfallrate und der günstigen Prognose nach vollständiger Tumorentfernung nicht empfohlen.

Therapie bei Mastdarmkrebs

Immer Operation, sonst keine weitere Therapie notwendig. Eine regelmäßige Nachsorge wird in Anbetracht der geringen Rückfallrate und der günstigen Prognose nach vollständiger Tumorentfernung nicht empfohlen.

Quelle:Schmiegel et al. S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007 (für die Themenkomplexe IV, VI und VII) Z Gastroenterol 2008; 46: 1–73.

Operation bringt Heilung

Fast alle Patienten mit Darmkrebs im Stadium I können alleine durch eine Operation geheilt werden. Wichtig ist, dass derTumor dabei vollständig entfernt wird. Der Chirurg operiert den von Krebszellen befallenen Darmabschnitt heraus und näht oder klammert die Enden wieder zusammen. Um die größtmögliche Sicherheit zu haben, dass bei der Operation wirklich alle Tumorzellen aus dem Körper entfernt wurden, hält der Chirurg einen so genannten Sicherheitsabstand ein, das heißt, er entfernt außer dem Tumor auch zwei bis fünf Zentimeter des umliegenden Gewebes. Dass sich der etwa 1,5 Meter lange Darm durch die Operation ein Stück verkürzt, bereitet im Normalfall keine Probleme.

Vorsichtshalber werden die dem Tumor zugehörigen Lymphgefäße und Lymphknoten bei der Operation ebenfalls entfernt, da von ihnen die Gefahr ausgeht, dass einzelne Krebszellen unerkannt im Körper zurückbleiben und sich wieder vermehren könnten. Erst bei der mikroskopischen Untersuchung der entfernten Lymphknoten im Anschluß an die Operation klärt sich, ob diese Lymphknoten Tumorzellen enthalten oder nicht. Werden in einem der entnommenen Lymphknoten tatsächlich Krebszellen nachgewiesen, handelt es sich dann nicht mehr um das Stadium I - wie vor der Operation angenommen - sondern um ein Stadium III. Wenn dagegen keine Krebszellen in den Lymphknoten enthalten sind und der Tumor vollständig entfernt werden konnte, sind die Chancen auf dauerhafte Heilung groß. Entscheidend ist hierbei auch, dass die Operation von einem erfahrenen Chirurgen ausgeführt wird.

Mastdarmkrebs: Schließmuskel bleibt oft erhalten

Die Operation beim Mastdarmkrebs ist komplizierter als bei Tumoren in den anderen Darmabschnitten. Im kleinen Becken ist es eng, andere Organe liegen in unmittelbarer Nachbarschaft; zudem befindet sich der Tumor in unmittelbarer Nähe des Afterschließmuskels. Bei der Operation ist unter Umständen der Schließmuskel in Gefahr, weil der Chirurg auch hier zur Sicherheit einige Zentimeter gesundes Gewebe um denTumor herum wegschneiden muß.

Befindet sich der Schließmuskel in dieser Sicherheitszone, muß der Chirurg ihn im ungünstigsten Falle entfernen und einen künstlichen Darmausgang anlegen. Verbesserte Operationstechniken machen diesen Fall jedoch immer seltener. Früher wurde bei jedem zweiten Patienten mit Mastdarmkrebs ein künstlicher Darmausgang angelegt, heute ist das nur noch bei jedem fünften bis zehnten Patienten der Fall. Besonders schonend sind mikrochirurgische Operationstechniken,(die so genannte transanale endoskopische Mikrochirurgie, abgekürzt TEM)die allerdings nur im frühen Stadium (T1 N0 M0, G1-2) von Mastdarm-krebs angewendet werden können. Genaues zur Stadieneinteilung lesen Sie hier.

Als Patient ist es immer wichtig, sich in einer für Mastdarmchirurgie spezialisierten Klinik beraten und operieren zu lassen. Denn die Erfahrung des Operateurs hat maßgeblichen Anteil am Erfolg der Mastdarmoperation. Hier gibt es weitere Informationen zur Operation bei Mastdarmkrebs.