Aus der langjährigen Erfahrung und Forschung mit Darmkrebs kann man heute unterschiedliche Faktoren benennen, die das Risiko für Darmkrebs erhöhen:

Risikofaktor Alter

Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Alter zu, deshalb galt Darmkrebs lange als eine Alterskrankheit. Heute jedoch weiß man, dass die Vorstufen des Tumors 10 bis 15 Jahre zuvor entstehen, bevor sie zu Krebs entarten können. Der eigentliche Beginn von Darmkrebs liegt also meist viele Jahre zurück.

Im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorge sind alle Menschen ab 50 aufgerufen, an der Darmkrebsfrüherkennung teilzunehmen – bei einer familiären Vorbelastung mit Darmkrebs auch schon früher! Lesen Sie hier alles Wichtige zur Früherkennung bei Darmkrebs.

Risikofaktor familiäre, genetische Belastung

Anteil der Fälle von familiärem Darmkrebs

Neben der spontanen, sporadischen Darmkrebsform gibt es eine große Gruppe von Patienten mit familiärer und erblicher Belastung: Bei etwa 30 Prozent aller Darmkrebsfälle liegt ein solches familiäres Risiko zu Grunde.

Ärzte unterscheiden zwischen:

  • Erblicher Darmkrebs: Dies sind Darmkrebsformen, bei denen die ursächlichen Genveränderungen bekannt und nachweisbar sind. Bei etwa 5 bis 8 Prozent aller Darmkrebsfälle handelt es sich um einen erblichen Darmkrebs. Dazu gehören z.B. das Krebssyndrom HNPCC oder die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP).
  • Familiär gehäufter Darmkrebs: In den Fällen, in denen konkrete Genveränderungen (noch) nicht erforscht sind, sprechen Ärzte von einer familiären Häufung von Darmkrebs. Diese Gruppe umfasst 20 bis 25 Prozent aller Darmkrebserkrankungen.

Um ein familiäres Risiko zu erkennen, gibt die Familiengeschichte die entscheidenden Hinweise. Hier können Fälle von Darmkrebs oder Darmpolypen ausschlaggebend sein. Das Tückische: In Familien mit familiärem Darmkrebsrisiko erkranken leider auch junge Menschen an Darmkrebs. Mehr zum Darmkrebsrisiko bei familiärer, erblicher Belastung lesen Sie hier.

Risikofaktor chronisch entzündliche Darmerkrankung

Eine langjährige, chronisch entzündliche Darmerkrankung erhöht das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs, da die chronische Entzündung der Darmschleimhaut über längere Zeit zu bösartigen Zellveränderungen und Krebs führen kann. Das Darmkrebsrisiko für Patienten mit Colitis ulcerosa liegt noch deutlich höher als für Patienten mit Morbus Crohn. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.

Risikofaktor Diabetes mellitus Typ 2

Patienten mit Typ 2-Diabetes haben ein dreifach erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Häufiger auch verläuft die Darmkrebserkrankung tödlich bei dieser Personengruppe. Die Ursache dafür sehen Experten in der wachstumsfördernden Wirkung des Insulins, was die Entstehung und Vermehrung von Tumorzellen begünstigt. Der Diabetes mellitus Typ 2 ist häufig die Folge eines ungesunden Lebensstils. Vor dem Beginn einer Insulintherapie benötigen Diabetes-Patienten eine Vorsorgedarmspiegelung. Hier lesen Sie mehr dazu.

Risikofaktor ungesunder Lebensstil und Ernährung

Die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in vielen westlichen Industrieländern gelten als Risikofaktor für Darmkrebs. Wer zu viel Fett und rotes Fleisch, zu wenig Ballaststoffe, Obst und Gemüse zu sich nimmt, der erhöht sein Darmkrebsrisiko. Darüber hinaus gelten Bewegungsmangel, das Rauchen und Alkoholkonsum zu den Faktoren, die das Darmkrebsrisiko erhöhen. Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass ein gesunder Lebensstil vor vielen Erkrankungen schützen kann, auch vor Darmkrebs. Mehr zum Thema gesunde Ernährung und Lebensstil finden Sie hier.

Risikofaktor Darmpolyp

Wer bereits einen Darmpolypen hatte, trägt – auch wenn der Polyp entfernt wurde – ein hohes Risiko, dass sich erneut Darmpolypen ausbilden können. Die vorgegebenen Kontrolluntersuchungen sollten unbedingt eingehalten werden, um möglicherweise entartete Darmpolypen rechtzeitig entdecken und entfernen zu können. Weitere Informationen zu Darmpolypen und Polypentfernung finden Sie hier.