Bei einem Krebsverdacht ist ein möglichst früher Arztbesuch von ungeheuer großer Wichtigkeit, weil die Heilungschancen erheblich davon abhängen, wie früh die Krankheit aufgespürt wird. Besonders wichtig ist ein Arztbesuch, falls Sie schon Veränderungen oder Symptome bei sich bemerkt haben sollten, etwa Blut im Stuhl oder wechselnde Verdauungsprobleme. 

Ihre Krankengeschichte (Anamnese)

Zunächst wird Ihr Arzt eine Anamnese erheben, also in einem persönlichen Gespräch Ihre Krankengeschichte aufnehmen. Dazu fragt er Sie nach Ihrem aktuellen Befinden und ob Sie in der letzten Zeit irgendwelche Besonderheiten an sich bemerkt haben. Auch was in der Vergangenheit liegt, muss der Arzt erfahren: Ihre Entwicklung in der Kindheit, Anfälligkeit für Allergien, frühere Krankheiten, Unfälle und Operationen. Genauso wertvoll sind Informationen zu Ihrem Beruf, Ihrem häuslichen Umfeld und Ihrer Familie.

Eine große Rolle spielt, welche Krankheiten bisher bei Verwandten aufgetreten sind – insbesondere, ob jemand aus Ihrer Familie an Krebs leidet oder gestorben ist. Mit diesen Fragen kann der Arzt einschätzen, ob bei Ihnen womöglich ein familiäres Risiko für Darmkrebs oder andere Krebserkrankungen vorliegt.

Die körperliche Untersuchung

Nach der Anamnese erfolgt die körperliche Untersuchung. Routinemäßig werden dazu Ihr Puls und Blutdruck gemessen, Herz und Lunge abgehört und vor allem der Bauch gründlich abgetastet. Veränderungen im Bauchinneren – zum Beispiel größere Tumoren – kann der Arzt durch die Bauchdecke ertasten. Auch hört er die Bauchdecke mit dem Stethoskop ab, um festzustellen, wie die Darmgeräusche klingen, ob sie normal oder verändert sind.

Ausstastung des Mastdarms

Zur Abklärung von Darmkrebs gehört im Rahmen der körperlichen Untersuchung auch die digital-rektale Untersuchung, d.h. das Austasten des Mastdarms mit dem Finger. Zugegeben: Diese Untersuchung ist nicht besonders angenehm, aber damit können bereits ein Viertel aller Mastdarmtumore entdeckt werden. Da sich viele Darmtumore aber in anderen, höher gelegenen Darmabschnitten befinden, ist die Tastuntersuchung für sich alleine genommen zur Darmkrebsfrüherkennung nicht ausreichend.

Bei der Austastung des Mastdarms führt der Arzt einen Finger in den After ein und tastet ihn einige Zentimeter weit vorsichtig nach Knoten ab. Er trägt dabei einen dünnen, eingefetteten Handschuh; daran haftende Darmsekrete können anschließend untersucht werden, ob sie Blut enthalten. Denn Blut im Stuhl kann ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Versuchen Sie, sich während der Untersuchung möglichst nicht zu verkrampfen. Je entspannter Sie sind, desto weniger wird Sie die Untersuchung stören.

Test auf verstecktes Blut im Stuhl

Im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung wird Ihr Arzt Sie bitten, einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchzuführen. Dazu gibt er Ihnen ein Stuhlprobenentnahme-Set mit. 

Soll ich eine Darmspiegelung machen lassen?

Wenn Ihr Arzt auffällige Befunde entdecken sollte, die durch Darmkrebs verursacht sein könnten oder der Stuhltest positiv ausgefallen ist, wird er Ihnen zu einer Darmspiegelung raten. Sie ist dann unbedingt erforderlich, um eine sichere Diagnose zu stellen. Dafür werden Sie in der Regel zu einem Spezialisten für Magen-Darm-Krankheiten, einem Gastroenterologen, überwiesen.

Und erschrecken Sie nicht gleich: Eine Darmspiegelung ergibt nur selten einen wirklich verdächtigen Befund – bei einem hohen Prozentsatz aller durchgeführten Darmspiegelungen heißt es hinterher: alles in Ordnung, Sie brauchen sich keine Sorgen mehr zu machen. Mit wirklicher Sicherheit kann man dies jedoch erst nach einer Darmspiegelung sagen! 

 


Dieser Text entstand mit fachlicher Unterstützung des Krebsinformationsdiensts (KID).