Darmkrebs ist eine Tumorerkrankung, die verstärkt in den westlichen Ländern auftritt, mit steigender Tendenz. Zahlreiche Studien haben belegt, dass das Entstehen von Darmkrebs auch mit westlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zusammenhängt. Seine Häufigkeit nimmt mit dem Lebensalter zu. Aber auch jüngere Menschen können an Darmkrebs erkranken, wenn in ihren Familien Darmkrebs gehäuft auftritt. Deshalb ist es für Familienangehörige von Darmkrebspatienten besonders wichtig, ihr persönliches Risiko abzuklären.

Bei rund einem Drittel aller Darmkrebsfälle liegt eine erbliche Veranlagung vor. Sollten Sie zu dieser Gruppe gehören, sind regelmäßige Untersuchungen schon in jüngeren Jahren sinnvoll, um Darmkrebs und dessen Vorstufen möglichst früh zu erkennen.

Risikofaktoren

Aus der langjährigen Erfahrung und Forschung mit Darmkrebs kann man heute unterschiedliche Faktoren benennen, die das Risiko für Darmkrebs erhöhen:

  • Familiäres, genetisches Risiko: Menschen, in deren Familien Fälle von Darmkrebs oder Darmpolypen vorkommen, tragen ein erhöhtes Risiko. Besonders hoch ist es, wenn in der Familie eine erbliche Darmkrebsform vorliegen könnte. Menschen mit Darmkrebsfällen in der Verwandtschaft sollten sich daher frühzeitig informieren und schon in jungen Jahren an der Darmkrebsvorsorge teilnehmen. Hier gibt es mehr Infos zum familiären Darmkrebsrisiko.
  • Risikofaktor Alter: Mit zunehmendem Alter wird unser Organismus anfälliger für genetische Zelldefekte, die von den körpereigenen Reparatursystemen nicht mehr ohne weiteres behoben werden. Damit steigt das Risiko, dass entartete Zellen entstehen, überleben und sich als Krebstumor bösartig vermehren und ausbreiten können. Ab dem fünften Lebensjahrzehnt nimmt das Darmkrebsrisiko zu, wobei die Krebsvorstufen bereits 10 bis 15 Jahre zuvor während der Krebsvorsorge im Darm entdeckt werden können.
  • Risikofaktor entzündliche Darmerkrankung: Langjährige, chronisch entzündliche Darmerkrankungen erhöhen das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs. Der andauernde Entzündungsprozess kann zu bösartigen Zellveränderungen an der Darmschleimhaut führen. Mehr dazu hier.
  • Risikofaktor Diabetes mellitus Typ 2: Patienten mitTyp 2-Diabetes haben gegenüber der Normalbevölkerung ein dreifach höheres Risiko für Darmkrebs. Auch die Rate der tödlichen Krankheitsverläufe ist bei dieser Personengruppe höher. Die Ursache hierfür sehen Experten in der wachstumsfördernden Wirkung des Insulins, was die Entstehung und Vermehrung von Tumorzellen begünstigt. Hier lesen Sie mehr zum Risiko bei Typ 2-Diabetes.
  • Risikofaktor Ernährung und Lebensstil: Die typische, westliche Ernährungsweise mit reichlich tierischem Fett und verhältnismäßig wenig Getreide, Obst oder Gemüse begünstigt die Entstehung verschiedener Erkrankungen, darunter auch Darmkrebs. Darüber hinaus sind Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkoholkonsum weitere Faktoren, die das Darmkrebsrisiko erhöhen. Alles zum Thema Ernährung und Lebensstil finden Sie hier.
  • Risikofaktor Darmpolyp: Menschen, bei denen bereits Darmpolypen entdeckt und entfernt wurden, haben ein besonders hohes Risiko, erneut Polypen zu entwickeln, die im Laufe der Zeit zu Darmkrebs entarten könnten. Daher ist es wichtig, die empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen nach einer Polypentfernung einzuhalten, um nicht neue Polypen zu übersehen. Hier lesen Sie mehr zum Thema Darmpolyp und Polypentfernung.