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Mittwoch, 7. Juni 2023 - 12:22

Hallo ihr Lieben,

vielleicht kann mir jemand von euch irgendwie weiterhelfen. Ich habe seit April verschiedene Symptome, die auf Darmkrebs hinweisen können und mache mir jetzt große Sorgen, da ich vor kurzem erst eine Familienangehörige (nicht verwandt) an Darmkrebs verloren habe. 

Aber erst einmal zu meiner Person: Ich bin weiblich, 29 Jahre alt und bewege mich viel zu wenig. Meine Ernährung würde ich als relativ ausgewogen bezeichnen, wobei ich schon recht viel Süßes esse und es auch Tage oder Phasen gibt, in denen ich mich bzgl. Stress und Zeitmangel schon recht ungesund ernähre. Ich trinke selten Alkohol (trinke nur Wasser), bin Nichtraucherin, habe kein Übergewicht (BMI: 21,2), esse seit mehreren Jahren wenig Fleisch und nur noch selten Wurst. In meinem Verwandtenkreis sind keine Darmkrebserkrankungen bekannt, aber Polypen (Mutter und Opa väterlicherseits). Da ich mich aber wenig bewege (vor allem seit Corona) und in der Vergangenheit viel Süßes/Zucker gegessen habe, was beides ja auch Risikofaktoren für Darmkrebs sind, mache ich mir jetzt große Sorgen, dass ich Darmkrebs haben könnte, da genau aus diesen beiden Gründen Darmkrebs im Alter zwischen 20 und 30 Jahren stark zugenommen haben soll. 

Meine Symptome:

Anfang April hatte ich etwa eine Woche lang eher brennende, ziehende Bauchschmerzen (keine Krämpfe). Die Schmerzen waren nicht durchgehend und auch nicht so stark, aber trotzdem sehr unangenehm. Seitdem habe ich fast täglich leichte Schmerzen im Bauch (wenn ich es Schmerzen bezeichnen kann, meistens ist es eher einfach nur unangenehm als dass es wirklich schmerzt. Manchmal sind es aber auch Schmerzen, aber nie extrem stark). Die Schmerzen sind im gesamten Bauch. Mal im links oder rechts im Oberbauch, mal in Höhe des Bauchnabels, mal links oder rechts im Unterbauch. Mal ist es auch ein Ziehen, ein Druck oder ein Brennen, manchmal sind es auch "normale" Bauchschmerzen. Der Schmerz ist also nie an einer bestimmten Stelle, was mich einerseits etwas beruhigt, da ich denke, dass ein Tumor nur an einer Stelle Schmerzen verursachen würde, oder? Jedoch hat sich auch mein Stuhlgang verändert. Mein Stuhl ist oft viel weicher und heller als sonst, es ist häufig Schleim dabei und zweimal hatte ich einen ca. 1-Cent-großen hellroten Blutfleck am Toilettenpapier. Sichtbares Blut im oder auf dem Stuhl konnte ich noch nicht feststellen. Manchmal sieht der Stuhl irgendwie faserig aus, als wäre die Nahrung nicht richtig verdaut. Manchmal ist auch nur das Ende sehr weich und heller, der Rest fest und ein normales Mittelbraun. Durchfall hatte ich seitdem nicht, außer dass der Stuhl ein einziges Mal etwas breiig war. Ab und zu hab ich auch 2-3 Tage Verstopfung (was bei mir eigentlich "normal" ist, da ich schon mein Leben lang zu Verstopfung neige, da ich zu wenig trinke). Aufgefallen ist mir noch, dass ich manchmal einen Druck im Enddarm und das Gefühl habe, auf Toilette zu müssen, aber es kommt nichts. Aktuell habe ich hauptsächlich immer mal wieder einen Druck im linken Unterbauch, manchmal auch rechts. 

Die Bauchschmerzen treten auch unabhängig vom Essen auf. Mal fangen die Bauchschmerzen nach dem Essen an, mal gehen sie durch das Essen weg. Übelkeit (ohne Erbrechen) habe ich auch öfters mal sowie Appetitverlust bzw. kann ich nicht mehr so viel auf einmal essen wie früher. Einen Gewichtsverlust von 1-2 kg konnte ich auch feststellen. Das kann aber auch daran liegen, dass ich mich seit den Beschwerden ballaststoffreicher ernähre und weniger esse. Ich bin auch seit vielen Monaten sehr müde, komme morgens schlecht aus dem Bett trotz genug Schlaf, bin aber nicht schlapp und habe auch keine Leistungsminderung festgestellt, habe Haarausfall und ab und zu Aphten im Mund.

Vor 3 Wochen war ich bei meinem Hausarzt. Er hat meinen Bauch abgetastet und vermutet einen Reizdarm. Stuhlprobe, Ultraschall, Blutabnahme etc. wären nicht nötig. Ich solle mich weiterhin normal ernähren, bloß nicht irgendwelche Lebensmittel wie Milchprodukte, glutenhaltige Lebensmittel etc. weglassen und etwas Sport machen. Ich habe aber irgendwie kein gutes Gefühl, es bei "Reizdarm" zu belassen ohne richtig untersucht worden zu sein, da die Diagnose Reizdarm nur nach Ausschluss einer organischen Ursache gestellt werden kann.

Was meint ihr - könnte meine Angst berechtigt und es wirklich Darmkrebs sein? 

Viele liebe Grüße

Reiner

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Mittwoch, 21. Juni 2023 - 11:17

Was du machen solltest ist eine Magen - und Darmspiegelung.

Das  Ergebnis wirde die mehr helfen als alle Antworten hier.

Theresa

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Donnerstag, 22. Juni 2023 - 14:15

Hallo

also ich bin auch der Meinung, dass Du zum Gastroenterologen zur Darmspiegelung und ausführlichen Anamnese auch hinsichtlich schubweise auftretender chronisch entzündlicher Darmkrankheiten gehen solltest. Sicherheitshalber! Diese genannten Symptome und auch die fallweisen Aphten im Mund könnten auch auf Morbus Crohn in ganz leichter Form verweisen. Aber das könnte auch stärker mit der Zeit werden. Auch Magenspiegelung und weitere andere Untersuchungen des ganzen Verdauungstraktes wären möglich. Ich bin aber kein Arzt. Aus meiner eigenen langwierigen Krankengeschichte weiß ich aber, dass chronisch entzündliche Darmkrankheiten ganz leicht und schubweise beginnen können. Ich habe das Jahre lang gar nicht gemerkt. Und diese Zellveränderungen im Darm können dann Darmkrebs begünstigen. So war es bei mir. Schock. Also ist wirklich besser, wenn Du zum Facharzt gehst (Gastroenterelogen) bzw. auch zu zwei verschiedenen Fachärzten wegen zweiter Meinung.

Alles Gute

Theresa

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Donnerstag, 6. Juli 2023 - 11:19

Danke für eure Antworten.

Bei meiner Krebsvorsorge beim Gynäkologen wurde im Ultraschall gesehen, dass meine Darmwand verdickt und der Darm sehr voll ist. Eine verdickte Darmwand soll auf einen entzündeten Darm hinweisen. Leider habe ich erst Ende September einen Termin beim Gastroenterologen  bekommen. Das ist der früheste Termin aller Praxen hier im Umkreis. Ich mache mir etwas sorgen, dass es bis dahin noch zu lange hin ist, da ich nicht die Ursache für die Entzündung kenne und Angst habe, dass es chronisch wird und die Entzündung nicht mehr los werde. 

Theresa

474 posts
Dienstag, 11. Juli 2023 - 19:25

Hallo!

Wenn ich Du wäre, würde ich zu einem Gastroenterologen einen Termin vereinbaren. Wenn ich keinen Kassen-Gastroenterologen finde, der mir in den nächsten Tagen einen Termin gibt, einmal zur Anamnese und Problembesprechung, wie man am besten vorgeht, dann würde ich einen Wahlarzt-Gastroenterologen suchen, der mir recht bald einen Termin für das Erstgespräch gibt. Bei vollem Darm und Darmwandverdickung etc. würde ich überall dazu sagen, dass es sehr dringend ist.

Wenn ich überhaupt keinen Gastroenterologen-Termin bekommen kann, würde ich in eine Spezialklinik für Gastroenterologie (Abteilung) in ein Spital gehen und dort einmal mit allem beginnen.

Ich würde auf gar keinen Fall bis September warten. Man muss am Telefon halt auch vielleicht auf die Dringlichkeit für einen Termin hinweisen. Einmal gelang es mir damit, dass ich am selben Tag einen Termin erhielt. Gut wars, denn der Arzt sagte mir, ich hätte auch gleich ins Spital kommen können, wo er arbeitet. Dort wurde ich dann eh gleich aufgenommen (Erste Diagnose: Colitis Ulcerosa, Darmkrebs). Die Krankenhäuser haben immer auch Abteilungen, also die Suche wäre dann eine Ambulanz und/oder Abteilung für Gastroenterologie.

Also nicht warten, eine gute ausführliche Diagnostik schnell suchen.

Nicht warten, echt aktiv um Hilfe suchen !!! Das würd ich tun! Es kann genausogut harmlos bei Dir sein, aber da muss man grünlich untersuchen. 

Ganz viel Dynamik wünsch ich Dir, alles Gute !

Theresa

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Montag, 31. Juli 2023 - 13:45

Danke dir für deine Antwort. Leider wird mir überall gesagt, dass es keinen früheren Termin gibt. Auf die Dringlichkeit habe ich auch hingewiesen. Ich war nochmal bei meinem Hausarzt. Es wurde eine gründliche Ultraschalluntersuchung aller im Bauchraum liegenden Organe durchgeführt. Das einzige, was auch er gesehen hat, ist eine verdickte Darmwand und Luft im Darm. Seiner Aussage nach hätte ich bei einer Entzündung dann aber auch Fieber, was ich aber nicht habe. Er hat mir auch Blut abgenommen. Mein CRP-Wert liegt bei <1.0 mg/l. Also keine Entzündung. Die Werte Hämatokrit, MCV und Thrombozyten sind leicht erhöht, der MCHC-Wert etwas zu niedrig. Aber nur minimal und sei nicht schlimm. Mein Hausarzt geht nach wie vor von einem Reizdarm aus, weshalb ich die FODMAP-Diät und Yoga bis zu meinem Vorgespräch beim Gastroenterologen im September machen und täglich Lefax wegen der Luft im Darm einnehmen soll. Ich bin aber auch so müde, habe Haarausfall und seit Samstag tun mir die Arme und Beine etwas weh, wie leichte Gliederschmerzen und sie fühlen sich etwas kraftlos an. Das legt sich im Laufe des Tages aber wieder. Auf die Müdigkeit und den Haarausfall ist mein Hausarzt bei meinem letzten Termin aber nicht eingegangen.

Ich könnte am Donnerstag einen Termin beim Proktologen (Hämorrhoiden, Enddarm) haben. Meint ihr, das wäre sinnvoll?
 

LG  

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Freitag, 4. August 2023 - 01:32

Hallo, ich war heute beim Proktologen. Das einzige, was gemacht wurde, war leider wieder nur ein Abtasten des Bauchs und ich soll die Darmspiegelung im September abwarten. Es ist irgendwie deprimierend von keinem der Ärzte wirklich ernst genommen zu werden was meine Beschwerden betrifft, so nach dem Motto „Junge Menschen haben ja nichts.“ Jetzt muss ich wohl doch noch fast 6 Wochen bis zu meinem Erstgespräch beim Gastroenterologen warten. 

Theresa

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Samstag, 5. August 2023 - 20:22

Hallo,

Hauptsache, die Koloskopie findet dann doch zeitnah statt ! Ist ja eh schon August! Wenn irgendwas Auffälliges an Symptomen passiert, dann ist immer noch der Weg ins Spital möglich, in die Abteilung Ambulanz für Gastroenterologie.

Bis dahin wäre Lebensstiländerung ein großes Thema, oder? Mit Bewegung geht alles leichter.

Ja also Bewegung würd ich an Deiner Stelle auf alle Fälle in die Wochengestaltung einbauen. Je nachdem, was Du am liebsten machst, von ausgiebigem Spazierengehen über Krafttraining, tanzen, das hilft Deinem Körper zur Selbstregulation. Wir sind ja von Natur aus noch wie die Steinzeitmenschen programmiert habe ich gelernt und biologisch haben wir die Muskeln um viele Kilometer pro Tag zurückzulegen, um nach Nahrung zu suchen. Also vielleicht versuchst Du viele Arten von Bewegung in den Lebensalltag zu integrieren, was Dir halt auch Spaß macht............alles Gute für die Koloskopie !

Theresa

Denis Scholl

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Dienstag, 22. August 2023 - 11:01

Ich kann deine Sorgen gut verstehen. Meine Oma hatte ähnliche Symptome wie du sie beschreibst. Nach eingehenden Untersuchungen stellte sich zum Glück heraus, dass es kein Darmkrebs war. Ich hoffe sehr, dass es bei dir genauso harmlos ist und wünsche dir von Herzen, dass du auch Entwarnung bekommst. Alles Gute!

7 posts
Donnerstag, 21. September 2023 - 18:49

Vielen Dank euch beiden!

Ich muss noch bis November warten bis ich meine Darm- und Magenspiegelung bekomme. Meinen Lebensstil habe ich so gut es geht geändert, verschwunden sind meine Beschwerden bisher leider nicht. Ich hoffe sehr, dass alles gut ist.