Varina Lucke

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Dienstag, 3. Februar 2026 - 21:27

Hallo zusammen, 
ich bin 50 Jahre alt und neu hier in der Gruppe, weil ich gerade vor einer sehr großen Entscheidung stehe und mich gern austauschen möchte.

Bei mir wurde ein Rektumkarzinom festgestellt, das sehr tief sitzt, etwa 1 cm oberhalb des Schließmuskels. Anfangs wurde ein großer Polyp teilweise endoskopisch entfernt (zunächst pTis), später hat sich jedoch bestätigt, dass es sich um ein T2N+M0G2 Karzinom handelt.

Metastasen wurden bisher nicht gefunden.

Aktuell stehen für mich zwei Therapieoptionen im Raum:
– eine totale neoadjuvante Therapie (TNT: Chemo + Bestrahlung), um den Tumor zu verkleinern und eventuell den Schließmuskel zu erhalten
– oder eine direkte Operation mit dauerhaftem Stoma

Im Moment tendiere ich eher zum Stoma-Weg, da mir eine möglichst sichere Entfernung des Tumors und eine klare Situation ohne langfristige Becken- und Kontinenzprobleme sehr wichtig sind. Ich habe auch noch Emetophobie (Angst vor dem Erbrechen). Gleichzeitig habe ich großen Respekt vor dieser Entscheidung und möchte sie gut informiert treffen.

Deshalb würde ich mich sehr freuen, von euren Erfahrungen zu hören – besonders von Menschen, die sich bewusst für ein dauerhaftes Stoma entschieden haben und wie ihr heute damit lebt.

Vielen Dank fürs Lesen und liebe Grüße

Panda70

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Montag, 23. Februar 2026 - 21:15

Guten Abend,

in der Regel sind solche Entscheidungen ja sehr komplex und müssen dann in emotional sehr schwieriger Situation getroffen werden, deshalb ist es schwer zu raten. Tendenziell würde ich immer zu einer Zweitmeinung raten und dies immer in einem zertifizierten Darmkrebszentrum bzw. in einer Klinik, die eine ausgezeichnete Expertise besitzt.

Die TNT ist ja seit 2021 in die reguläre Behandlung etabliert mit hervorragenden Ergebnissen, insbesondere bei den Stadien mit hohen Rückfallrisiko.

Eine vorherige Radiochemo, egal ob TNT oder das konventionelle Verfahren, sind immer auch dazu da, das umliegende Gewebe “ zu desinfizieren”, also von Krebszellen zu reinigen und den Tumor ggfls. zu verkleinern.

Dies ist immer dann sinnvoll, wenn es ein N+ gibt und/oder ob der CRM positiv ist und ob es L und V mind. 1 sind. Dies erhöht ja das Risiko für ein Lokalrezidiv. Aufgrund des N + in deiner Diagnose bei einem tiefliegenden Rektumkarzinom würde ich zumindest nachfragen, ob eine alleinige Op wirklich ausreichend ist und nach Rückfallwahrscheinlichkeiten für beide Verfahren. Das können aber nur die Ärzte beurteilen, die alle bildgebenden Verfahren und deren Auswertung vorliegen haben.

Ob Stoma oder nicht, beides wird dein Leben verǎndern und bei einer Op wird immer auch ein protektives Stoma gelegt, wenn schliessmuskelerhaltend operiert wird. Fûr die Zeit nach der Akutbehandlung: Bitte immer auch die Lunge mit nachschauen lassen, weil tiefliegende Rektumkarzinome über die Vena Cava primär in die Lunge metastasieren können. 
 

Suche dir eine wirklich gute Klinik mit hervorragenden Chirurgen und eine Zweitmeinung.

Ich wünsche dir das Beste für deinen Weg.